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Google I/O: Googles radikale KI-Metamorphose

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Der Papst sinniert über KI. Google präsentiert OpenClaw-Konkurrenz. Die Mehrheit der Amerikaner lehnt KI-Rechenzentren ab. Und wird Alexa nun schlau? Der KI-Newsletter

Sie lesen den KI-Newsletter »Natürlich intelligent« vom 21. Mai 2026. Um den Newsletter jeden Donnerstag per Mail zu erhalten, melden Sie sich hier an.

Pfingstmontag wird Leo XIV. Berichten zufolge
seine erste Enzyklika vorstellen. Warum ich das hier aufgreife? Weil es in
diesem päpstlichen Lehrschreiben um
künstliche Intelligenz (KI) gehen soll
. Das Datum ist bewusst gewählt: Genau vor
135 Jahren veröffentlichte Leo XIII. seine berühmte Sozialenzyklika Rerum Novarum,
in der er über die Folgen der industriellen Revolution für die Gesellschaft
schrieb. Das mag lange her sein, aber damals wie heute bleiben die
entscheidenden Fragen die gleichen: Was macht den Menschen zum Menschen und wie
kann Technologie zu seinem Wohle eingesetzt werden?

Was Sie wissen müssen: die wichtigsten Erkenntnisse der Google I/O

Während der diesjährigen Entwicklerkonferenz
in Mountain View hat Google seine wichtigsten technologischen Neuheiten vorgestellt. Wohl
die wichtigste davon, so analysiert mein Kollege Nicolas Killian: Die
Google-Suche wird noch mehr mit KI versehen
. Ein Thema,
das wir schon seit Langem begleiten. Im vergangenen Herbst hatte Google nach
der Ȇbersicht
mit KI
« den »KI-Modus« in Deutschland eingeführt.

Jetzt will der US-Konzern noch einen Schritt weitergehen. Künftig
soll sich die Größe der Eingabefenster dynamisch anpassen und so auch
komplexere Suchanfragen ermöglichen. Außerdem will Google Nutzern KI-generierte
Ergänzungen vorschlagen. In der Übersicht mit KI können Nutzer auf automatisch
generierten Antworten Nachfragen stellen, also unmittelbar in einen Dialog
treten. Oder wie Nicolas resümiert: »Google macht seine Suche immer mehr zu
einem KI-Chatbot.«

Das war nicht die einzige bemerkenswerte Neuvorstellung der
Entwicklerkonferenz. Google stellte dort auch das KI-Modell Gemini 3.5 Flash
vor, das schneller rechnen, aber gleichzeitig deutlich sparsamer arbeiten
können soll. Zudem kündigte der US-Konzern seinen KI-Agenten Spark an, Googles Konkurrenzangebot
zum gehypten KI-Agenten OpenClaw. Spark kann laut Google in der Gemini-App über
einen langen Zeithorizont mehrstufige Aufgaben selbstständig erledigen. Die
Beta-Version soll ab nächster Woche für Ultra-Abonnentinnen (das 100 US-Dollar-teure
Monatsabo) in den USA verfügbar sein.

Insgesamt zeigte die Konferenz einmal mehr, was für eine
bemerkenswerte Aufholjagd Google in Sachen KI hingelegt hat, das inzwischen die
»gesamte Lieferkette kontrolliert – von Computerchips und Rechenzentren über
KI-Modelle bis hin zu Milliarden von Nutzern, die bei Google suchen, mit Maps
navigieren, Android-Smartphones verwenden oder YouTube-Videos schauen«, wie
Nicolas aus Mountain View berichtet. In diesem Sinne war die Google I/O nicht
nur eine bedeutsame Techkonferenz, sondern auch eine eindrucksvolle Machtdemonstration
gegenüber der Konkurrenz.

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Worüber Sie nachdenken sollten: Können Proteste gegen Rechenzentren den KI-Hype trüben?

Dass es in den USA Proteste gegen den Bau von Rechenzentren
gibt, darüber haben wir hier bereits berichtet.
Wie weit die Ablehnung in der US-amerikanischen Gesellschaft verbreitet ist,
wurde mir aber erst in dieser Woche richtig bewusst, als ich eine Umfrage
des Marktforschungsunternehmen Gallup las. Demnach lehnen sieben von zehn US-Amerikanerinnen
und US-Amerikanern den Bau eines Rechenzentrums in ihrer Nachbarschaft ab.

Dafür führten die Befragten mehrere Gründe auf, etwa der
hohe Strombedarf und Wasserverbrauch der KI-Rechenzentren und die Sorge, dass
dadurch die Energiepreise steigen könnten. Was mich besonders überraschte: Laut
Gallup finden mehr US-Amerikaner es problematisch, in Reichweite eines
Rechenzentrums zu leben (71 Prozent) als in der Nähe eines Kernkraftwerkes (53
Prozent).

Diese Nimby-Einstellung (»Not in my backyard«) bezeichnet
der Autor des Berichts, Jeffrey M. Jones, als eine der »größten Hürden für den
Ausbau von KI-Rechenkapazitäten«. Und deutet an, dass der Infrastrukturausbau
für künstliche Intelligenz noch zu einem relevanten Wahlkampfthema in den USA werden
könnten, wo mit den Midterms in diesem Jahr wichtige Zwischenwahlen anstehen.

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Was Sie ausprobieren können: Amazons Alexa+

Alexa gibt es jetzt mit künstlicher Intelligenz. Seit Anfang
Mai ist die schlaue Sprachassistenz von Amazon in Deutschland verfügbar. Vorerst
gibt es sie kostenlos, ab Mitte September soll Alexa+ dann für alle, die kein
Amazon Prime haben, monatlich 23 Euro kosten. Amazon bewirbt die
Sprachassistenz als natürliche Gesprächspartnerin, die sich an Alltagsroutinen
erinnert und mit der sich zu Hause andere smarte Geräte von Bosch, Philips Hue oder
Ikea steuern lassen. Außerdem kann das System einem, weil es an das
Buchungstool OpenTable angebunden ist, den Tisch beim Lieblingsitaliener
reservieren.

Mein Kollege Henrik Oerding hat all das bereits für
Sie getestet.
Und ist von Alexa+ mäßig überzeugt. Zunächst: Die neue Alexa kann alles
Essenzielle, was die alte Alexa vermochte. Sprich: den Timer stellen und sagen,
wie das Wetter wird. Ihm gefiel, dass sie nun besser verstand, was er von ihr wollte. Was ihn aber weniger überzeugte – Alexa schnackt zu viel.
Gespräche mit der KI dauerten länger als nötig und endeten mit penetranten Gegenfragen,
schreibt er. Und nicht immer lief alles so smooth ab, wie Henrik das von
einer schlauen KI-Assistentin eigentlich erwartet hätte. Einmal verstand sie
den Titel des Buches, das er suchte, nicht. Ein anderes Mal erinnerte sie sich
nicht mehr an ein Rezept, das sie ihm erst wenige Stunden zuvor empfohlen
hatte. Henriks Fazit nach einer Woche mit der schlauen Sprachassistentin lautet
entsprechend: Alexa kann zwar endlich mit ChatGPT mithalten. Aber dafür monatlich
23 Euro ausgeben? Das würde er Ihnen nicht empfehlen.

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