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Der Moment, als “Bono” erstmals den Rohdiamanten in Antonelli gesehen hat

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Mit einem dritten Platz beim Großen Preis von Mexiko 2026 krönte sich Mercedes-Pilot Kimi Antonelli erstmals in seiner Karriere zum Weltmeister in der Formel 1. Sein Renningenieur Peter Bonnington, auch “Bono” genannt, wusste allerdings schon zwei Jahre zuvor, dass der junge Italiener das Potenzial dazu hat.

“Ich glaube, der Begriff ‘Rohdiamant’ trifft es genau – das ist es, was ich anfangs gesehen habe”, sagt Bonnington nach dem WM-Triumph in Mexiko gegenüber Sky. Er verrät auch, wann ihm dieses besondere Talent erstmals aufgefallen ist: “Das war bei den TPC-Tests. Da war ein Rohdiamant, aber er war eben noch sehr ‘roh’.”

Als sogenannte TPC-Testfahrten (für “Testing Previous Cars”) werden Formel-1-Tests mit älteren Autos bezeichnet. Denn weil die Testmöglichkeiten mit den Autos des jeweils aktuellen Jahres streng limitiert sind, lassen die Teams ihre Nachwuchsfahrer zunächst häufig in älteren Boliden ans Steuer.

Antonelli durfte seine ersten Runden in einem Formel-1-Auto von Mercedes im April 2024 drehen. Auf dem Red-Bull-Ring in Österreich testete er den Mercedes W12 aus der Saison 2021. Damals war der junge Italiener noch in der Formel 2 am Start.

Antonelli “ein Rohdiamant, der viel Feinschliff braucht”

“Sich in einem Formel-2-Auto zu beweisen, ist eine Sache, aber man muss den nächsten Schritt machen, um die Leistung und den Anpressdruck zu spüren – nur so sieht man, ob jemand diesen Sprung schafft”, erklärt “Bono” und verrät: “Er hat das wirklich geschafft.”

“Da war klar: ein Rohdiamant, der noch viel Feinschliff braucht”, erinnert sich der erfahrene Renningenieur an den verregneten Test an einem Dienstag im April 2024, bei dem Antonellis Formel-1-Karriere richtig Fahrt aufnahm. “Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass es so schnell geht.”

“Ich dachte, das würde ein paar Jahre dauern”, gibt Bonnington zu. Nach einem missglückten Freitagseinsatz beim Heimspiel in Monza 2024 erhielt Antonelli das frei werdende Mercedes-Cockpit von Lewis Hamilton für das Jahr 2025. Seine Debütsaison in der Königsklasse verlief durchwachsen, aber nicht ohne Höhepunkte.

Hinzu kommt die starke Konkurrenz aus den eigenen Reihen. “Wir haben mit George Russell natürlich einen großartigen Teamkollegen, einen extrem starken Fahrer, von dem er viel lernen kann”, meint Bonnington. Russell galt vor der Saison als Favorit auf den Titel, während Antonelli noch die Erfahrung fehlte.

Wann Bonnington an den WM-Erfolg 2026 glaubte

Doch der Italiener startete gut in die Saison und feierte bereits beim zweiten Rennen in China seinen ersten Sieg. Vier weitere Erfolge in Japan, Miami, Kanada und Monaco folgten. “Er hat dieses Jahr einige außergewöhnliche Leistungen gezeigt”, lobt sein Ingenieur.

Peter Bonnington hat auch mit Michael Schumacher gearbeitet

Foto: Motorsport Images

Auch Bonnington begann zunehmend an den WM-Titel zu glauben. “Als wir in Europa ankamen, dachte ich: ‘Vielleicht … aber behalten wir das erst mal für uns und arbeiten einfach weiter'”, sagt der Brite. Der erfahrene Ingenieur arbeitete bei Mercedes bereits mit Michael Schumacher und Lewis Hamilton zusammen.

Doch Antonelli ist etwas Besonderes, findet auch Bonnington. “Es ist dieser Begriff, den alle verwenden: ein ‘Talent, das nur alle paar Generationen vorkommt’ – und ich glaube, er ist genau so ein Talent”, sagt er. “Früher habe ich immer an die ‘10.000-Stunden-Regel’ geglaubt.”

Die 10.000-Stunden-Regel besagt, dass es rund 10.000 Stunden intensiven Übens und Wiederholens braucht, um in einer Disziplin Weltklasse-Niveau zu erreichen. “Ich war fest davon überzeugt, dass es sie gibt”, gibt der Ingenieur zu.

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“Doch dann habe ich echte Größe erlebt und erkannt, dass Talent tatsächlich eine reale Sache ist. Es sind diese zusätzlichen zwei Zehntelsekunden, die man eben nicht durch bloßes, ständiges Rundenfahren erlernen kann”, ergänzt Bonnington mit Blick auf Antonellis Talent. “Also ja, er hat es – genau wie Lewis es hatte und Michael es hatte.”

Toto Wolff: Antonelli hat “das Team wirklich verändert”

Doch nicht allein das Talent des jungen Italieners war 2026 entscheidend. Auch seine Persönlichkeit hinterließ Eindruck. “Kimi bringt eine sehr gewinnende Art mit, er hat das Team wirklich verändert”, verrät Mercedes-Teamchef Toto Wolff. “Wir haben es hier mit sehr reservierten, eher unemotionalen Engländern zu tun, die normalerweise eher distanziert sind.”

“Und plötzlich kommt da dieser italienische Junge, der anfängt, jeden in der Garage zu umarmen”, sagt der Österreicher. “Man merkt richtig, wie sich dadurch das gesamte Umfeld gewandelt hat. Jetzt liegen sich plötzlich die Briten gegenseitig in den Armen – ein ziemlich ungewohnter Anblick!”

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