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Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Warum gerade viele Navigationssysteme auf der Ostsee gestört sind

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Die Elbvertiefung am Mittwoch – Mit den Opfern von Frauenmörder Fritz Honka, einem Gespräch mit Schauspieler Sebastian Bezzel und dem Programm vom Hafengeburtstag

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie gerade
einen Segeltörn auf der Ostsee planen, sollten Sie tunlichst klassische
Seekarten, einen Kompass oder auch einen Sextanten einpacken. Der Grund: Seit
Monaten verzeichnen private Skipper und Kapitäne von Frachtern einen Anstieg
absichtlicher Störungen der Navigationssysteme der Schiffe, bis hin zu
kompletten Ausfällen. Kurz: Der Törn auf der Ostsee kann für Minuten und
manchmal sogar für Stunden zur Blindfahrt werden. »Die Zahl hybrider Angriffe
auf die Handelsschifffahrt nimmt spürbar zu«, sagt Martin Kröger,
Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder. »Beinahe täglich« würden
Störungen gemeldet. Häufig würden Störsender eingesetzt. Als Folge würden das
satellitengestützte Navigationssystem GPS gestört oder das automatische
Identifikationssystem AIS, das die Position, den Kurs und die Geschwindigkeit
an andere Schiffe übermittelt. In der Fachsprache gibt es dafür eigene
Begriffe: Beim Jamming senden Störsender so starke Signale aus, dass der
Empfang blockiert wird und keine Positionsdaten mehr verfügbar sind. Beim Spoofing
werden gezielt falsche Signale eingespeist, sodass ein Schiff etwa eine
verfälschte Position angezeigt bekommt.

Die Ursache der
Störungen ist nur schwer nachzuweisen. Was auffällt: Seitdem Russland die
Ukraine 2022 überfallen hat, nehmen solche Attacken auf der Ostsee zu, ebenso
wie Drohnenüberflüge in Häfen wie Hamburg oder Bremerhaven oder die Sabotage
von Marineschiffen. Angesichts der Angriffe warnt auch der Inspekteur der
Deutschen Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, vor einer zunehmenden
Bedrohung durch Russland. »Die Bedrohung ist real, die Lage ist ernst«, sagt
Kaack. Besonders in der Ostsee habe die Aggressivität zuletzt zugenommen, so
der deutsche Marinechef.

Entscheidern wie
Kaack oder Kröger dürfte heute und morgen sehr genau zugehört werden. Zwei Tage
lang treffen sich Vertreter aus Häfen, Schiffbau, Offshore-Windkraft und
Politik zur 14. Nationalen Maritimen Konferenz in Emden – im Fokus steht das
Thema Sicherheit. Etwa 800 Gäste haben sich zum Spitzentreffen der maritimen
Branche angemeldet. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin
Katherina Reiche werden nach Ostfriesland reisen, vielleicht können sie danach ja
etwas gezielter navigieren.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Ihre Kristina Läsker

PS: Ab heute können Sie am Kiosk übrigens die neue Ausgabe der ZEIT kaufen
– wie immer am Ende des Monats mit eigenem Hamburg-Teil. Dieses Mal geben wir darin
auch zwölf Antworten auf wichtige Fragen rund um Hamburgs Olympiabewerbung.

Wollen
Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten
sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an hamburg@zeit.de

WAS HEUTE WICHTIG IST

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen
fordert die Kommunen auf, geplante
Bauprojekte angesichts steigender Baupreise zügig umzusetzen.
»Alle
Beteiligten müssen jetzt rasch ins Bauen kommen, um zu retten, was noch zu
retten ist«, sagte Verbandsdirektor Andreas Breitner. Er warnte davor, dass die
steigenden Kosten die Einsparungen durch den Hamburger »Bau-Turbo« aufzehren
könnten. Betroffen sind demnach Baustoffe wie Stahl, Beton,
Dämmstoffe oder Folien auf Rohölbasis, hier geht der Verband von drei bis fünf
Prozent höheren Kosten aus.

Schiffe aus aller Welt, Schlepperballett,
Feuerwerk, Auftritte von Stars wie Max Giesinger oder Michael Schulte und eine
Show mit etwa 900 Drohnen: Vom 8. bis 10. Mai wird Hamburg den 837.
Hafengeburtstag feiern
. Der rot-grüne Senat will das Fest nutzen, um für ihre
Olympiabewerbung zu werben. Laut Wirtschaftssenatorin
Melanie Leonhard bietet das Programm Optionen, »um sich mit der Olympischen
Idee vertraut zu machen«. Am 31. Mai werden die Bürger der Hansestadt darüber abstimmen, ob Hamburg
sich für die Olympischen Spiele bewirbt.

Der 35-jährige Zeuge, der bei der Entführung der
Block-Kinder der Fahrer eines Autos gewesen sein soll, hat am Dienstag zum
zweiten Mal im Prozess ausgesagt
. Dabei berichtete er von einer angeblichen
Drohung einer Mitarbeiterin des Chefs der israelischen Sicherheitsfirma, die
für die Tat verantwortlich sein soll.

Der gestrandete Buckelwal ist vor der Ostsee-Insel
Poel mit einer Barge von seiner Position wegbewegt
worden. Der mit Wasser
gefüllte Lastkahn wurde gestern Abend von mehreren Booten weggeschoben. Der
seit Ende März festliegende Wal war zuvor durch eine eigens gebaggerte Rinne zu
der Barge bugsiert worden. Im tieferen Wasser soll der Lastkahn samt Wal von
einem Schlepper übernommen und in die Nordsee gezogen werden. Gerettet ist der
Wal aber längst noch nicht: Experten des Meeresmuseums warnen explizit vor dem
Transport des geschwächten Tieres.

AUS HAMBURG

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Warum gerade viele Navigationssysteme auf der Ostsee gestört sind

»Wenn eine Kneipe ›Zefix‹ heißt, geh ich nicht rein«

In Bayern kennt den
Schauspieler Sebastian Bezzel jeder – als Kommissar Franz Eberhofer. Mit seiner
Familie lebt er in Ottensen und freut sich, dass er nicht ständig erkannt wird.
Und dass ihm hier keiner eine Lederhose aufzwingt. ZEIT:Hamburg-Ressortleiterin
Maria Rossbauer hat ihn getroffen; lesen Sie hier einen Auszug aus dem
Interview.

DIE ZEIT: Herr Bezzel, Sie
sind in Bayern geboren und leben seit 17 Jahren in Hamburg. Wie häufig müssen
Sie sich dafür rechtfertigen?

Sebastian Bezzel: Nicht mehr so oft wie früher. Als ich vor 20 Jahren nach Berlin gezogen
bin, haben mich die Leute zu Hause angeschaut und gesagt: »Können wir dir
helfen?« Da musste ich sagen: »Nein, ich will da hin!« Hamburg ist zwar noch
weiter weg, aber das finden im Süden viele cooler.

ZEIT: Sie haben einmal in
einem Interview gesagt, dass Sie nicht damit gerechnet hatten, so lange in
Hamburg zu bleiben.

Bezzel: Ich hatte früher
Hamburg einfach nicht auf dem Schirm. Ich wusste, ich will aus Berlin weg und
wäre eigentlich wieder nach München gezogen. Das ist für mich einer der
schönsten Orte der Welt, und wenn ich meine Frau nicht kennengelernt hätte,
würde ich jetzt dort leben. Aber ich habe sie kennengelernt, war viel bei ihr
in Ottensen und habe irgendwann gesagt: »Wir probieren das jetzt aus.« Und
jetzt bin ich immer noch hier.

ZEIT: Bereut haben Sie
das nie?

Bezzel: Nein, gar nicht.
Ottensen ist super, es ist genau die richtige Mischung aus Berlin und München.
Ein bisschen bürgerlicher als Berlin, aber mehr open-minded als München.
Ich muss aber auch sagen, dass ich mit dem St. Pauli Theater eine künstlerische
Heimat gefunden habe, die es für mich in München so nicht gäbe. Ich fühle mich
in diesem Haus sehr wohl, das liegt am Intendanten, an der intelligenten
Unterhaltung, die wir da machen, aber auch an dem Live-Erlebnis mitten auf dem
Kiez, das ist super.

Wie sehr Sebastian Bezzel das Hamburger
»Sie« schätzt,
lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung.
Zum
Artikel (Z+)

SCHON GEHÖRT?

Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Warum gerade viele Navigationssysteme auf der Ostsee gestört sind

Vier Frauen im Schatten eines Mythos

Den Frauenmörder Fritz Honka aus Hamburg kennt
fast das ganze Land. Doch seine Opfer blieben lange unsichtbar. In zwei Folgen des
ZEIT-Podcasts »Verbrechen« erzählen Anne Kunze, Daniel Müller und Leonie Daumer
ihre Geschichten.
Zu der ersten Podcastfolge

DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN

Scott Galloway ist ein weltbekannter Podcaster.
Der Marketingprofessor an der New York University gründete selbst neun
Unternehmen. Im Live-Podcast »Alles gesagt« spricht Galloway am 5. Mai mit den
Gastgebern Christoph Amend und Jochen Wegner im Kleinen Saal der Laeiszhalle unter
anderem darüber, welche Konzerne die KI-Ära dominieren werden – und wer die
Kontrolle verliert. Und es geht darum, was passiert, wenn das Vertrauen in
Institutionen, Märkte und Medien weiter erodiert. Das Gespräch findet auf
Englisch statt. Wir verlosen für die Veranstaltung 10-mal zwei Tickets. Teilnahme
an der Verlosung unter
diesem Link
.

»Alles gesagt?« live mit Scott Galloway; 5. Mai., 13 Uhr, Laeiszhalle, Kleiner Saal, Johannes-Brahms-Platz

MEINE STADT

Early Bird trifft den frühen Vogel

Early Bird trifft den frühen Vogel

HAMBURGER SCHNACK

Zwei SUP-Boards gleiten die Oberalster hoch, vorbei am Skulpturengarten in
Wohldorf. Sagt der vordere Paddler: »Guck mal rechts!« Der hintere: »Was ist
da?« Der vordere: »Kultur!« Der hintere: »Oh, cool!«

Gehört von Rembert Müller

Das war die Elbvertiefung, der tägliche
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