Home International Er fuhr 98 Formel-1-Rennen: Heute produziert er Bio-Eier im großen Stil

Er fuhr 98 Formel-1-Rennen: Heute produziert er Bio-Eier im großen Stil

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Pedro Diniz fuhr von 1995 bis 2000 in der Formel 1. In 98 Grands Prix für Forti, Ligier, Arrows und Sauber kam er nie aufs Podium. Sein bestes Ergebnis war zweimal Platz fünf. Heute ist der Brasilianer Landwirt. Seine Fazenda da Toca gilt als größter Produzent von Bio-Eiern in Brasilien.

Einer, der sich das aus der Nähe angesehen hat, ist Sebastian Vettel. Der viermalige Weltmeister besuchte Diniz auf seiner Farm und sprach später im Formel-1-Podcast “Beyond the Grid” begeistert davon.

Vettel sagte: “Er ist ja Mitte der 1990er-Jahre in der Formel 1 gefahren, und ich kann mich erinnern, dass ich ihn damals gesehen habe.”

Auf den Ex-Kollegen gestoßen ist Vettel aber nicht über den Motorsport, sondern über ein Buch: “Darin ging es um viele Projekte, wie man den Planeten wieder auf Kurs bringen und die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Und er war eines der Beispiele, weil er Agroforstwirtschaft betreibt.”

Das Prinzip erklärte Vettel so: “Man pflanzt Bäume, aber zwischen den Bäumen baut man seine Kulturen an. Statt Monokultur, bei der eine einzige Art nebeneinandersteht wie eine Armee aus Soldaten, mischt man alles. Man nutzt die Verbindung zwischen den Bäumen und den Pflanzen, die man anbauen will, damit beide davon profitieren. Also habe ich Kontakt aufgenommen und ihn besucht. Das war sehr, sehr cool”, sagte Vettel.

Der Regenwald liegt ihm am Herzen

Podcast-Moderator Tom Clarkson warf ein, Diniz sei der größte Eierproduzent Brasiliens. Ganz so ist es aber nicht: Die Fazenda da Toca gilt als größter Produzent von Bio-Eiern des Landes. Dazu kommen Bio-Milch, Getreide und Agroforstflächen.

“Die Farm wächst, und er versucht, im Kreislauf zu wirtschaften”, sagte Vettel. “Wir haben damals auch über den Regenwald gesprochen und darüber, dass er illegal zerstört und Land beansprucht wird. Das liegt ihm sehr am Herzen.”

Vom Paydriver zum Bio-Bauern

In der Formel 1 hatte Diniz den Ruf eines Paydrivers. Sein Vater Abilio Diniz besaß die große brasilianische Supermarktkette Pao de Acucar. Bei Arrows soll das Sponsorgeld, das Diniz mitbrachte, auf rund 13 Millionen US-Dollar geschätzt worden sein. Im Jahr 2000 kaufte die Familie sogar 40 Prozent am Prost-Team.

Pedro Diniz als Sauber-Fahrer in der Formel-1-Saison 2000

Foto: Getty Images

Sportlich blieb Diniz eher ein Mann für das Mittelfeld. In Erinnerung ist vor allem der Große Preis von Argentinien 1996: Nach einem Boxenstopp schloss ein Ventil am Tank nicht richtig, Benzin lief aus, und sein Ligier fing während der Fahrt Feuer. Diniz kam unverletzt aus dem Auto.

Seine zehn WM-Punkte sammelte er zwischen 1996 und 1999. Seine besten Ergebnisse waren Platz fünf beim Großen Preis von Luxemburg 1997 und beim Großen Preis von Belgien 1998. (Pedro Diniz in der Formel-1-Datenbank nachschlagen!)

2.300 Hektar statt Startaufstellung

Nach dem Karriereende in der Formel 1 kehrte Diniz nach Brasilien zurück. Er stieg ins Familienunternehmen ein und organisierte von 2002 bis 2006 die brasilianische Formel Renault 2.0. Heute steht die Landwirtschaft im Mittelpunkt.

Die Fazenda da Toca liegt in Itirapina, rund 200 Kilometer von Sao Paulo entfernt, und ist 2.300 Hektar groß. Das entspricht einer Fläche von 23 Quadratkilometern oder umgerechnet mehr als 3.200 Fußballfeldern. Diniz hat außerdem das Instituto Toca gegründet, das sich mit Nachhaltigkeit und Forschung beschäftigt.

Vettel war schon im November 2021 vor dem Grand Prix in Sao Paulo bei Diniz zu Gast. Damals sagte er: “So etwas braucht die Welt.”

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