Home International Erklärt: Warum Liam Lawson nach dem Qualifying in Mexiko disqualifiziert wurde

Erklärt: Warum Liam Lawson nach dem Qualifying in Mexiko disqualifiziert wurde

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Nach dem Qualifying zum Großen Preis von Mexiko, in dem sich Ferrari-Pilot Lewis Hamilton die Poleposition sicherte, erlebte Liam Lawson ein böses Erwachen: Der Racing-Bulls-Pilot wurde nach der Session disqualifiziert und muss das Rennen vom letzten Startplatz (ganze Startaufstellung) in Angriff nehmen.

Grund ist ein technischer Verstoß bei der Reduzierung der MGU-K-Leistung nach seiner schnellsten Runde in Q2. Im offiziellen Dokument zur Anhörung heißt es, Lawson habe “unmittelbar nach dem Überqueren der Ziellinie bei seiner schnellsten Runde in Q2 um 15:47:36 Uhr gegen die Vorgaben zur Mindestleistung der MGU-K verstoßen hat.”

Nach der Anhörung durch die Stewards fiel die Entscheidung wie bei technischen Verstößen üblich aus: Disqualifikation. Konkret hielt Lawson nach Abschluss seiner schnellsten Runde in Q2 die vorgeschriebenen Abläufe nicht ein. Damit verstieß er gegen die Anforderungen an die vorgeschriebene Reduzierungsrate (“Ramp-down-Rate”) der MGU-K-Leistung.

Der Automobil-Weltverband FIA stellte klar, dass Lawson am Ende seiner schnellen Runde die Batteriekapazität ausgeschöpft hatte. Dadurch fiel die Leistungsabgabe der MGU-K schlagartig von 350 kW auf null. Ein solcher abrupter Leistungsabfall verstößt gegen das technische Reglement.

Großer Leistungabfall führt zur Disqualifikation von Lawson

Stattdessen muss die elektrische Leistung gemäß Artikel C5.12.6 des technischen Reglements schrittweise reduziert werden. Dabei gilt eine maximale Reduzierungsrate von 50 kW oder 100 kW pro Sekunde.

“Die vom Fahrer angeforderte maximale Leistung darf – solange die elektrische Gleichstromleistung (DC-Leistung) des ERS-K über 100 kW liegt – nicht schneller reduziert werden, als es die folgenden Grenzwerte vorsehen”, heiß es im technischen Reglement.

Dabei gelten “a. 50 kW pro Sekunde bei Veranstaltungen, bei denen die FIA ​​festlegt, dass die Strecke, auf der die Leistung begrenzt ist, eine Länge von 3500 Metern überschreitet. Die für die Berechnung dieser Distanz herangezogenen Fahrzeugparameter sind im Dokument FIA-F1-DOC-034 aufgeführt.”

Liam Lawson muss in Mexiko vom Ende des Feldes starten

Foto: LAT Images

Oder “b. 100 kW pro Sekunde bei allen anderen Veranstaltungen.” Im Fall von Lawson sank die elektrische Leistung deutlich schneller als erlaubt, nachdem er die Ziellinie überquert hatte, ohne sofort vom Gas zu gehen. Auch im Bericht der Rennkommissare wird dieser Sachverhalt beschrieben.

“Die vorgelegten Beweise, die von allen anwesenden Parteien akzeptiert wurden, zeigten, dass der Fahrer nach der Ziellinie am Ende seiner schnellsten Runde in Q2 nicht sofort vom Gas ging. Dies führte dazu, dass die für die vorgeschriebene Leistungsreduzierung erforderliche Verringerung des MGU-K-Einsatzes nicht wie gefordert erreicht wurde.”

Wie Racing Bulls der Disqualifikation entgehen wollte

Im Dokument zur Anhörung wurde der Verstoß weiter präzisiert: “Die vom Fahrer abgerufene maximale Leistung sowie die elektrische Gleichstromleistung (DC-Leistung) des ERS-K wurden in einem stärkeren Ausmaß reduziert, als es das Reglement zulässt.”

Bei der Anhörung kamen alle Beteiligten zu dem Schluss, dass Racing Bulls durch den Verstoß keinen sportlichen Vorteil erlangt hatte. Das reichte jedoch nicht aus, um eine Disqualifikation abzuwenden, denn bei technischen Verstößen ist die Sachlage in der Regel eindeutig: Entweder liegt ein Verstoß vor oder nicht.

Das Team argumentierte, dass sich daraus kein Leistungsvorteil ergeben habe. Ein Verstoß gegen das technische Reglement lässt sich jedoch nicht damit rechtfertigen, dass kein sportlicher Vorteil erzielt wurde. Zudem schreiben die Regeln vor, dass ein Fahrzeug zu jedem Zeitpunkt einer Veranstaltung dem Reglement entsprechen muss.

Die Rennkommissare heben insbesondere hervor, dass das Team den Verstoß selbst gemeldet hatte. Dennoch gibt es zahlreiche Präzedenzfälle, die sie – ungeachtet aller strafmildernden Umstände – dazu verpflichten, bei einer Nichteinhaltung des Technischen Reglements eine Disqualifikation auszusprechen.

“Rampdown-Rate” schon seit Saisonbeginn ein Streitthema

Die sogenannte “Rampdown-Rate”, also die Geschwindigkeit, mit der bestimmte Parameter heruntergefahren werden, ist ein besonders heikler Punkt. Bereits früher in diesem Jahr griff die FIA ein, um gegen mutmaßliche Tricks im Qualifying vorzugehen, die von Mercedes und in geringerem Maße von Red Bull angewandt wurden.

Auch diese Teams hatten Wege gefunden, die maximal zulässige “Ramp-down-Rate” zu umgehen. Anders als im Fall von Lawson geschah dies damals jedoch absichtlich. Da die Teams bereits mehrfach verwarnt worden waren, sah sich die FIA nach eigenen Angaben zu diesem Schritt gezwungen.

Damit verliert Lawson seinen neunten Platz aus dem Qualifying. Er muss das Rennen am Sonntag (hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) vom letzten Startplatz in Angriff nehmen und sich durch das gesamte Feld nach vorne kämpfen.

Für Alpine ist die Disqualifikation dagegen eine gute Nachricht: Ein direkter Konkurrent im Kampf um Platz fünf in der Konstrukteurs-WM muss nun vom Ende des Feldes starten. In der Gesamtwertung verfügen die Racing Bulls allerdings weiterhin über einen komfortablen Vorsprung von 33 Punkten auf die Verfolger.

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