Home International “Erst vorbei, wenn alles entschieden ist”: Rivola jubelt über Aprilia-Triumph

“Erst vorbei, wenn alles entschieden ist”: Rivola jubelt über Aprilia-Triumph

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Aprilia hat beim Grand Prix von Katar die vorzeitige Krönung von Marc Marquez zum achten Mal als MotoGP-Weltmeister und zum zehnten Mal über alle Klassen hinweg verhindert. Mit dem Sieg von Marco Bezzecchi und Platz sieben von Jorge Martin kann der Ducati-Fahrer frühestens in zwei Wochen beim Grand Prix von Portugal den Titelgewinn perfekt machen.

“Absolut, vorbei ist es erst, wenn wirklich alles entschieden ist”, jubelte Aprilia-Chef Massimo Rivola unmittelbar nach Rennende gegenüber MotoGP.com. “Da ist auch noch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, wir werden sehen.”

“Ich meine, Marc hat heute wieder einmal gezeigt, wie clever er ist, auch was das Reifenmanagement betrifft. Aber es ist gut, dass Aprilia ziemlich schnell ist, das ist das Wichtigste.”

Marquez hat vor dem vorletzten Rennwochenende der Saison 2026 60 WM-Punkte Vorsprung auf Martin und 74 auf Bezzecchi. Die WM-Entscheidung könnte in Portimao also schon am Samstag im Sprint fallen.

Mit dem siebten Platz gelang Martin trotz der immer noch schmerzhaften Handgelenksverletzung der notwendige Kraftakt. Erstmals seit dem Sturz vor zwei Wochen auf Phillip Island fuhr er eine komplette Renndistanz am Stück.

“Ich bin überglücklich mit meinem Endergebnis”, sagt Martin sichtlich erschöpft zu seinem Rennen. Als er zurück an die Box kam, erntete er von seinem Team für sein Durchhaltevermögen viel Applaus.

“Am Dienstag stand hinter meiner Anreise hierher noch ein riesiges Fragezeichen, aber letztlich konnte ich es versuchen, genau wie ich es schon in Malaysia angekündigt hatte.”

“Am Ende haben wir ein Podest [im Sprint] geholt und sind in den Top 7 gelandet, daher bin ich mehr als zufrieden mit dieser Ausbeute. Sicherlich wirkt es jedes Mal ein Stück schwieriger, aber ich werde bis zum Schluss kämpfen, so wie immer.”

Jorge Martin kämpfte verbissen um den siebten Platz

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

“Und was das Rennen betrifft: Von so weit hinten zu starten, hat die ersten Runden natürlich extrem hart gemacht. In den letzten Umläufen ging es dann physisch und mental einfach nicht mehr weiter. Es ist, wie es ist.”

Nun hat Martin knapp zwei Wochen Zeit, um sich zu Hause zu erholen und die Physiotherapie fortzusetzen. Seine Motivation ist ungebrochen: “Wir blicken nach vorn, und in Portimao werde ich mit Sicherheit wieder deutlich fitter sein.”

Die perfekte Antwort auf den Sprint-Crash

Mit Bezzecchis Start-Ziel-Sieg war ohnehin klar, dass die WM-Party von Marquez verschoben war, denn er hätte gewinnen müssen und Martin hätte keinen WM-Punkt sammeln dürfen, um schon in Katar vorzeitig Weltmeister zu werden.

Für Bezzecchi war es der insgesamt sechste Saisonsieg. Außerdem hat er Geschichte geschrieben. Als erster Fahrer hat er in der Königsklasse seine ersten zwölf Siege auf zwölf verschiedenen Strecken gefeiert.

Nach der Kollision mit Marquez im Sprint und dem Sturz war die dominante Performance am Sonntag die richtige Antwort: “Ich bin überglücklich. Das war ein wundervolles Rennen für mich”, sagt Bezzecchi erleichtert.

Marco Bezzecchi

Der Sieg war persönlich für Marco Bezzecchi sehr wichtig

Foto: Karim JAAFAR / AFP via Getty Images

“Nach gestern war ich extrem motiviert. Im Sprint hatte ich das Gefühl, um den Sieg kämpfen zu können. So etwas passiert im Rennsport eben manchmal. Aber das hat mir einen zusätzlichen Schub gegeben, um heute zurückzuschlagen.”

“Als ich gestern noch durch das Kiesbett gerutscht bin, habe ich mir schon gedacht: Morgen wird mein Tag. Ich muss es einfach schaffen, denn man kann diese Chance nicht ungenutzt lassen, wenn man derart stark unterwegs ist, oder?”

Dominanz ab der ersten Kurve

Bezzecchi setzte sich beim Start gegen Marquez durch und verteidigte die Innenlinie, damit der Ducati-Fahrer nicht so wie beim Neustart im Sprint einen Angriff starten konnte.

Von Beginn an diktierte Bezzecchi an der Spitze das Tempo. “Das war wirklich gut”, freut er sich über seine makellose Leistung. “Ich hatte volles Vertrauen in das Motorrad und habe mich über die gesamte Renndistanz wohlgefühlt.”

“Es gab keinen einzigen Moment, in dem ich in Panik geraten wäre. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, immer noch ein Zehntel und noch ein Zehntel nachzulegen und alles sauber einzuteilen.”

Marco Bezzecchi

Von Beginn an diktierte Marco Bezzecchi das Tempo

Foto: Gold & Goose Photography/Getty Images

“Ich habe versucht zu pushen, um die Gruppe hinter mir ein wenig auszudünnen, wollte es aber nicht übertreiben. Denn der Reifenverschleiß auf dieser Strecke ist extrem hoch, insbesondere am Vorderrad.”

“Dazu kommt, dass ich ein Fahrer bin, der den Vorderreifen sehr stark beansprucht. Ich durfte mir also keinen Fehler erlauben. Aber dann habe ich gesehen, dass ich Runde für Runde ein wenig Zeit gutmache.”

“Das hat mir das nötige Selbstvertrauen gegeben, um noch etwas nachzulegen – nicht in jeder Runde, aber punktuell in einigen Schlüsselmomenten. Und ja, das war einfach fantastisch.”

“Heute wollte ich unbedingt vorne bleiben und gewinnen. Ich habe diesen Sieg gebraucht – für mich und für meine Familie, die gerade keine einfache Zeit durchmacht. Also habe ich alles gegeben und es geschafft. Ich bin überglücklich.”

Auf manchen Strecken ein besonderes Gefühl

Am gesamten Katar-Wochenende war Bezzecchi der schnellste Fahrer. Lediglich als er im Sprint beim Neustart die Führung an Marquez verlor, wurde es kompliziert und sein Überholversuch endete mit einem Sturz.

Katar war nicht das erste Mal in der Saison 2026, dass Bezzecchi ein Rennen vom Start bis ins Ziel dominierte. “Es gibt Wochenenden”, sagt er dazu, “da reist du an, fühlst dich auf dem Motorrad sofort wohl, steigerst dich von Session zu Session.”

“Du hast ein großartiges Gefühl und das Limit scheint gefühlt gar nicht zu existieren. Zum Glück hatte ich dieses Gefühl in diesem Jahr schon ein paar Mal. Es gab aber auch Wochenenden, an denen ich mich anfangs schwergetan habe.”

“Wir haben uns dann Schritt für Schritt herangearbeitet und ich war am Ende schnell genug, um das Podium mitzukämpfen. Hier habe ich mich seit Freitag pudelwohl gefühlt und war extrem motiviert.”

“Das vergangene Jahr war eines der schwierigsten Wochenenden überhaupt für mich, und ich wollte es unbedingt wiedergutmachen. Das war eine Extraportion Motivation, die mich wirklich angetrieben hat, alles richtig zu machen.”

Der Fahrerweltmeistertitel wird aller Wahrscheinlichkeit nach an Marquez gehen. In der Herstellerwertung ist noch alles offen. Ducati hat acht Punkte Vorsprung auf Aprilia. Die Teamwertung wird dafür sehr wahrscheinlich an Aprilia gehen, denn der Vorsprung auf Ducati beträgt 124 Punkte.

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