Schwere Hitzegewitter mit Sturmböen und Hagel haben in mehreren Teilen Deutschlands Bäume entwurzelt und Straßen überflutet. Polizei und Feuerwehr rückten im Norden, Osten und Süden des Landes zu Hunderten Einsätzen aus. Ein Mann wurde in der Sächsischen Schweiz von einem Baum erschlagen, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. In Oberbayern kam es zu einem Waldbrand nach einem Blitzeinschlag.
Das Unglück in der Sächsischen Schweiz ereignete sich nahe der Felsenbühne, einem Freilichttheater im Kurort Rathen. Heftiger Wind ließ dort Bäume umstürzen. Ein 28-Jähriger starb nach Angaben der Rettungskräfte, 13 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Einsatztrupps hätten 40 Menschen in Sicherheit gebracht.
Am Abend suchte die Polizei in dem felsigen Gelände noch mit Wärmekameras und Hubschraubern nach Vermissten, die möglicherweise unter Bäumen eingeschlossen sind. Die Lage sei sehr unübersichtlich, sagte ein Polizeisprecher. Die Dunkelheit erschwere die Arbeit der Einsatzkräfte. Es werde vermutlich erst ein klares Lagebild geben, wenn es wieder hell
sei. Nach Angaben der Rettungsleitstelle soll
der Einsatz am Morgen weitergehen.
Auch die Bergwacht war im Einsatz und suchte mit der Unterstützung von
Drohnen nach Menschen. Ein Sprecher der Bergwacht sagte, er habe den
Eindruck, ein Teil des Hanges und mehrere Bäume seien ins
Tal gestürzt. »Es scheint eine sehr lokal begrenzte und sehr starke
Unwetterzelle gewesen zu sein«, sagte er.
Der Luftkurort Rathen liegt direkt an der Elbe, nahe der bekannten
Felsenformation Bastei. Die dortige Felsenbühne ist eines der größten Freilichttheater Sachsens. Die Felsenbühne sagte bis Montag alle Vorstellungen ab.
Feuerwehreinsätze in Stuttgart und Hamburg
Auch im Süden und Norden Deutschlands rückten Einsatzkräfte wegen zahlreicher Sturm- und Gewitterschäden aus. In Oberbayern schlug nach Polizeiangaben ein Blitz am Berg Hohenstaufen bei Bad Reichenhall ein und verursachte einen Waldbrand. Der Regen habe gegen die Flammen geholfen, aber
es seien immer noch Glutnester da, sagte ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen. Hubschrauber könnten erst mit den Löscharbeiten beginnen,
wenn es hell sei. Das Feuer sei aber überschaubar.
In Stuttgart stürzten Bäume auf Autos, Stromleitungen und Straßen. Unterführungen wurden überflutet. Die Feuerwehr zählte etwa 50 Einsätze allein in Stuttgart.
Unter anderem sorgte ein umgestürzter Baum für Unterbrechungen bei der
Stadtbahn, ein anderer riss eine Stromleitung ab, teilte die Feuerwehr in einer Bilanz gegen Mitternacht mit. Mehrere umgestürzte Bäume
blockierten zudem vorübergehend den Weg zu einem Klinikgelände.
In Hamburg rückte die Feuerwehr nach eigenen Angaben allein zwischen 18.30 und 21 Uhr zu fast 100 Einsätzen aus wegen Wasserproblemen oder Sturmschäden an Zäunen und Dächern. Besonders betroffen waren die Randgebiete im Süden und Norden der Stadt. Verletzte habe es nach dem bisherigen Stand nicht gegeben.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für Sachsen starke Gewitter vorausgesagt sowie kräftige Niederschläge und Sturmböen für Baden-Württemberg. Örtlich hatten die Meteorologen Gewitter
mit schweren Sturmböen bis 100 Kilometern pro Stunde vorausgesagt, Hagel mit
Korngrößen um zwei Zentimeter und Starkregen bis 25 Liter pro
Quadratmeter, vereinzelt auch bis 40 Liter. Auch für andere Bundesländer gab es Warnungen.
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