Paranoia bezeichnet ein krankhaft gesteigertes Misstrauen, das offenkundig nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Gesellschaften erfassen kann. Es gehören dazu, wie man es in klinischen Definitionen erfährt: das irrationale Gefühl, bedroht oder beleidigt zu werden, Verfolgungswahn, im dramatischen Fall auch Halluzinationen. Ein solcher paranoider Schub war es wohl, der die US-amerikanische Gesellschaft in den Jahren nach 1945 erfasste: Trotz der siegreichen Beendigung des Krieges fühlte man sich von innen wie außen bedroht, von Kommunisten hinter biederen Masken, vom sexuellen Liberalismus, von »unamerikanischem« Verhalten ganz allgemein.
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