Die USA und der Iran stehen offenbar kurz vor einer Vereinbarung zum Kriegsende. Das teilte eine an den
Friedensbemühungen beteiligte pakistanische Quelle der
Nachrichtenagentur Reuters mit und bestätigte damit einen Bericht des US-Nachrichtenportals Axios. Präsident Donald Trump hatte zuvor den Militäreinsatz für Geleitschutz von
Handelsschiffen durch die vom Iran blockierte Straße von Hormus
ausgesetzt und von Fortschritten bei der Suche nach einer
diplomatischen Lösung des Konflikts gesprochen.
»Wir sind kurz davor«, hieß es. Demnach handelt es sich um ein Memorandum im Umfang von einer Seite. Den Informationen zufolge soll die Vereinbarung den Konflikt beenden und einen Rahmen für detailliertere Atomverhandlungen schaffen.
Iran prüft den Vorschlag, Trump lockt und droht
Das iranische Regime hat den US-Vorschlag offenbar erhalten und prüft ihn. Die iranische Nachrichtenagentur Isna meldete am Mittwochnachmittag unter Berufung auf das iranische Außenministerium, dass die Führung in Teheran dem Vermittler Pakistan ihre Position dazu übermitteln werde. Die Nachrichtenagentur Tasnim meldete unter Berufung auf eine anonyme, offenbar regimenahe Quelle, dass der Iran noch nicht auf den Vorschlag geantwortet habe und sich in dem US-Papier einige inakzeptable Positionen befänden. Tasnim steht der mächtigen Revolutionsgarde nahe, einem Teil der iranischen Streitkräfte.
Donald Trump stellte in einem Onlinepost ein mögliches Ende des Irankriegs in Aussicht, drohte dem Regime aber zugleich mit heftigen Angriffen. Sollte der Iran den US-Vorschlägen zustimmen, wäre der Einsatz und die Blockade der Straße von Hormus beendet. Falls die Führung in Teheran sich nicht auf eine Vereinbarung
einlasse, würden die Bombardements wieder starten, »und diese werden leider ein
weitaus größeres Ausmaß und eine weitaus größere Intensität haben als
zuvor«, schrieb Trump.
Pakistans Außenminister sagte, die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA solle zu einem »permanenten Kriegsende« führen. Die Marine der iranischen Revolutionsgarde teilte laut
staatlichen Medien mit, die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus werde gewährleistet
sein, da die Drohungen der USA ein Ende fänden und neue Verfahren
eingeführt worden seien.
Blockaden sollen schrittweise aufgehoben werden
In dem Axios-Bericht hieß es, das Dokument werde von dem US-Gesandten Steve Witkoff und
Trumps Schwiegersohn Jared Kushner mit iranischen Offiziellen
verhandelt, sowohl direkt als auch über Vermittler. Die USA
erwarteten eine iranische Antwort innerhalb von 24 Stunden, und das
Memorandum sehe eine 30-tägige Verhandlungsphase über ein
detailliertes Abkommen vor. In dieser Zeit sollen die iranische Blockade der
Schifffahrt in der Straße von Hormus und die US-Blockade
iranischer Häfen schrittweise aufgehoben werden, hieß es weiter.
Zudem soll der
Iran einem Moratorium bei der Urananreicherung zustimmen,
während die USA Sanktionen aufheben und eingefrorene iranische
Gelder in Milliardenhöhe freigeben. Sollten die Verhandlungen
scheitern, könnten die US-Streitkräfte ihre Blockade wieder
aufbauen oder Militäreinsätze wieder aufnehmen, berichtete Axios
unter Berufung auf einen US-Vertreter weiter. Der Sender CNBC
berichtete unter Berufung auf einen Sprecher des iranischen
Außenministeriums, die Führung in Teheran prüfe einen
14-Punkte-Plan der USA.
Krieg seit Ende Februar
Seit die USA und Israel am 28. Februar 2026 den Iran angriffen, herrscht
Krieg in der Region. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel
und US-Militärstützpunkte in anderen Staaten im Nahen Osten. Bisherige Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran scheiterten. Das iranische Atomprogramm war einer der
Hauptstreitpunkte in den Gesprächen. Die US-Regierung forderte zuletzt eine
Aussetzung aller nuklearen Aktivitäten. Der Iran lehnt das ab.
Derweil steht der Schiffsverkehr durch die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus fast vollständig still.
Der Iran sperrte die Meeresenge für die Schifffahrt, die US-Marine
stoppte die Durchfahrten aller Schiffe, die iranische Häfen ansteuerten oder verließen.
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