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KI im US-Gesundheitswesen: KI-Diagnostik könnte Krankenkassen zusätzliche Milliarden kosten

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KI-Werkzeuge hätten in den USA für eine Milliarde Dollar an zusätzlichen Kosten gesorgt, errechnet eine Studie. Die Patienten würden davon allerdings nicht profitieren.

Der ​Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in der medizinischen Diagnostik treibt einer Studie zufolge die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe. Mithilfe der Technologie hätten Ärzte in den USA in den vergangenen beiden ​Jahren bei Patienten vermehrt Nebenerkrankungen diagnostiziert ⁠und abgerechnet, ergab eine ​am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung des US-Krankenversicherungsverbands Blue Cross Blue Shield Association (BCBSA). Die ‌zusätzlichen ⁠Kosten hierfür summierten sich ​für 2024 und 2025 auf knapp eine Milliarde US-Dollar.

Ärzte nutzen in den USA verstärkt ​KI-Programme, die Akten auswerten, Patientengespräche mithören und Notizen erstellen. Diese dienen als Grundlage für eine Diagnose. Werden dabei neben den eigentlichen Beschwerden auch Begleiterkrankungen festgestellt, gilt ein Fall als komplex und wird von den ⁠US-Versicherern höher vergütet. 

Eine Zunahme der Diagnosen stellte die Untersuchung etwa bei Patienten fest, die sich größeren Darmoperationen unterzogen hatten. Dort seien die Diagnosen von Begleiterscheinungen wie einem partiellen Darmverschluss oder einer Übersäuerung des Körpers um 55 beziehungsweise 33 Prozent gestiegen.

Dies spiegele sich jedoch ​nicht immer im Umfang der Behandlung wider, sagt die BCBSA-Vertreterin Razia Hashmi. Ein Beispiel seien diagnostizierte Anämien, also Mangel an roten Blutkörperchen. Diese wurden zwar häufiger festgestellt, die Zahl der Bluttransfusionen – einer gängigen Behandlung in diesen Fällen – habe aber nicht zugenommen. »Die ⁠Diskrepanz zwischen ​Diagnosen und Behandlungen deutet ‌darauf hin, dass die KI eher abrechnungsfähige Erkrankungen identifiziert, als dass sie tatsächlich ‌kränkere Patienten erkennt«, sagte BCBSA-Verbandsmanager Luke Chalker.

Auch in Deutschland nutzen Ärztinnen und Ärzte inzwischen verstärkt KI-Werkzeuge, etwa um Patientengespräche aufzuzeichnen. Der Einsatz wird kontrovers diskutiert. Für die Abrechnungen mit Ärzten soll sie auch eine Rolle spielen: Die Krankenkassen arbeiten an einem KI-System, um Abrechnungsbetrug aufzudecken.

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