Marc Marquez hat am laufenden MotoGP-Wochenende in Lusail (Katar) seinen ersten Matchball zum Gewinn des MotoGP-Titels 2026. Am Freitag lief es für den WM-Spitzenreiter alles in allem gut, wenn auch nicht perfekt. Angesichts der starken Zeiten der Konkurrenz ist er gewarnt.
Im ersten Freien Training, das noch bei Tageslicht über die Bühne, war Marc Marquez mit einer Rundenzeit von 1:52.278 Minuten der Schnellste. Im wichtigen Training am Abend drückte er seine Rundenzeit auf 1:50.548 Minuten und war damit Zweitschnellster.
Schneller als Marquez war einzig Ducati-Markenkollege Fabio Di Giannantonio aus dem VR46-Team. Marquez’ zwei verbleibende Gegner im WM-Kampf – die Aprilia-Piloten Jorge Martin und Marco Bezzecchi – lagen als Siebter respektive Dritter hinter ihm.
Kurz nach Halbzeit des Trainings am Abend hatte Marquez eine Schrecksekunde zu überstehen. Zwischen der vorletzten und der letzten Kurve der Strecke (Kurven 15 und 16) riss die Kette seiner Werks-Ducati und flog davon. Einen Sturz konnte Marquez vermeiden. Und weil der Zwischenfall kurz vor der Einfahrt zur Boxengasse passierte, ging auch nicht viel Streckenzeit verloren.
“Das Positive ist, dass es im Training passiert ist”, sagt Marc Marquez und will den Zwischenfall nicht überbewerten: “Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie viele Kilometer [mit der Kette] schon gefahren wurden. Ich frage auch gar nicht nach. Ich vertraue meinem Team und weiß, dass das für das weitere Wochenende kein Problem darstellen wird.”
Kurz nach dem Kettenriss fuhr Marquez auf seinem zweiten Motorrad vorübergehende Session-Bestzeit, indem er als erster Fahrer des Tages unter die 1:51er-Marke kam. In den verbleibenden Minuten wurde seine Zeit noch von Di Giannantonio und von Bezzecchi unterboten. Marquez selbst legte in den Schlussminuten noch nach und war mit 1:50.548 letztlich 0,142 Sekunden langsamer als “Diggia”, aber 0,118 Sekunden schneller als “Bez”.
Diese beiden Fahrer hat Marquez auch für das weitere Wochenende im Auge, aber nicht nur diese beiden. Die Vermutung des WM-Spitzenreiters am Freitag: “Es wird ein schwieriges Wochenende, denn wie wir gesehen haben, gibt es viele Fahrer, die schnell sind. Das gilt besonders für Bezzecchi, der mit dem Medium-Hinterreifen extrem schnell war.”
“‘Diggia’ war ebenfalls schnell”, sagt Marquez und zählt weiter auf: “Auch [Jorge] Martin und ‘Pecco’ [Bagnaia] sind gut aussortiert. Und wir dürfen auch [Ai] Ogura und [Raul] Fernandez nicht vergessen. Sie werden ebenfalls eine Rolle spielen.”
Jorge Martin ist einer derer, die Marc Marquez in Katar zum Favoritenkreis zählt
Foto: Gold and Goose Photography / Getty Images
Marc Marquez richtet seinen Fokus nun auf das Qualifying: “Ich werde versuchen, in die erste Startreihe zu kommen. Das wird aber nicht einfach. Wie schon gesagt gibt es eine ganze Reihe von Fahrern, die schnell sind. Ich gehe davon aus, dass der dritte Platz in der ersten Reihe hart umkämpft sein wird. Mein Ziel ist die erste Startreihe, mindestens die zweite.”
Angesprochen auf seinen ersten Verfolger in der WM-Tabelle, den nicht komplett fitten Jorge Martin mit seinen aktuell 44 Punkten Rückstand, sagt Marquez: “Es ist offensichtlich, dass Martin aus der Kraft schöpft, die man für einen WM-Kampf braucht. Heute fuhr er fast ganz natürlich. Er hat attackiert, was sein gewohnter Stil ist. Ich gehe davon aus, dass Martin am gesamten Wochenende absolut konkurrenzfähig sein wird.”
Und über Marco Bezzecchi, der in der WM-Tabelle noch 23 weitere Punkte, und somit 67 Punkte Rückstand auf ihn selber aufweist, urteilt Marquez: “Um ehrlich zu sein ist er im Moment der Maßstab, was die Pace angeht. Es wäre wichtig, eine bessere Pace als er zu haben. Er wird mit Sicherheit sowohl am Samstag als auch am Sonntag alles geben. Das muss er auch. Er muss attackieren und das wird er tun.”
“Aber”, so Marquez weiter über Bezzecchi, “diese Position ist unbequem, denn du darfst dir keine weiteren Fehler erlauben. Andererseits ist es in gewisser Weise auch eine bequeme Position, weil du nichts mehr zu verlieren hast. So oder so, er wird alles geben”.
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