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Migration und Flucht: EU-Kommissar Brunner sieht Rückgang irregulärer Einreisen

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Ende der Woche tritt das neue europäische Asylsystem in Kraft. Magnus Brunner beobachtet schon jetzt weniger Schutzsuchende an EU-Grenzen. Warnungen weist er zurück.

Die Zahl irregulär eingereister Einwanderer in Europa ist dem EU-Migrationskommissar
Magnus Brunner (ÖVP) zufolge erneut zurückgegangen. Brunner sprach in einem Interview mit der
Funke Mediengruppe von einem Rückgang um 55 Prozent in zwei Jahren – »auf manchen Routen, wie über den Westbalkan, sogar um 90 Prozent in
drei Jahren«.

Zwischen Januar und April 2026 hätten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund zwei Drittel (67 Prozent) weniger Menschen versucht, ohne gültige Dokumente oder Einreiseerlaubnis von der Türkei auf die griechischen Inseln in die EU zu gelangen. Bereits im ersten Quartal 2025 waren irreguläre Zuwanderungsversuche um 30 Prozent gesunken.

Experten machen für den Rückgang der
Einreiseversuche außer der EU-Politik auch Maßnahmen in Transitländern
wie Libyen und Tunesien verantwortlich. Außerdem haben sich in einigen
Herkunftsländern die Migrationsbedingungen verändert.

Kritik an Rückkehrzentren

Zugleich gibt es laut Brunner erste Erfolge bei den Rückführungen abgelehnter Asylsuchender
aus der EU in deren
Herkunftsländer. Diese seien im vergangenen Jahr von 21 Prozent auf
knapp 30 Prozent gestiegen, sagte der gebürtige Österreicher. »Das
ist aber noch viel zu wenig.« Wer Rückkehrbescheide ignoriere, müsse
künftig
mit Konsequenzen rechnen, sagte Brunner in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: »bis zu
Gefängnis, bis zu Einreiseverboten für die Zukunft«.

Ausgebaut werden soll dafür die Zusammenarbeit mit sogenannten Drittstaaten. Vorgesehen sind sogenannte Rückkehrzentren außerhalb der Europäischen Union. Dorthin sollen abgelehnte Asylbewerber abgeschoben werden, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren könnten. Menschenrechtsorganisationen und Kirchenverbände hatten die geplanten Asylrechtsverschärfungen und Abschiebezentren kritisiert. Sie fürchten eine »Kriminalisierung der Migration«.

Brunner wies Warnungen vor rechtlichen Grauzonen zurück. Man arbeite in den Rückkehrzentren – auch Return Hubs genannt – mit Organisationen wie dem
UN-Flüchtlingshilfswerk zusammen. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich wiederholt für solche Rückkehrzentren ausgesprochen. Neben Deutschland und Österreicht befürworteten auch EU-Staaten wie Dänemark die Einrichtung der Abschiebezentren in Drittstaaten.

60.000 Asylanträge an den Außengrenzen zu prüfen

Der EU-Kommissar sprach wenige Tage vor dem Inkrafttreten des gemeinsamen europäischen Asylsystems (GEAS) am 12. Juni. Er betonte: »Das Recht auf Asyl
bleibt bestehen. Daran gibt es keinen Zweifel.« Deutschland sei Vorreiter bei der Umsetzung
dieser Reform, sagte der ÖVP-Politiker. Ziel des gemeinsamen
europäischen Vorgehens sei, Kontrolle über die Migration nach Europa
zurückzugewinnen.

Mitgliedsländer müssten sich zunächst darauf
vorbereiten, in
den kommenden zwölf Monaten an den EU-Außengrenzen insgesamt 60.000 Asylanträge zu prüfen, sagte Brunner.
Davon hänge ab, ob der Solidaritätsmechanismus zwischen den 27
EU-Ländern aufgehe. Ländern wie Polen oder Ungarn, die die neuen
Asylregeln bisher ablehnen, müsse man die Vorteile besser erklären. Das
System könne das Vertrauen der Bevölkerung in
legale Migration stärken, »die wir für unsere Arbeitsmärkte brauchen«.

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