Die Internetnutzung der Menschen in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dies geht aus Zahlen der repräsentativen Postbank Digitalstudiehervor. Demnach verbringt die deutsche Bevölkerung im Schnitt 67,4 Stunden pro Woche im Netz – und damit rund fünf Stunden weniger als noch im vergangenen Jahr. Erklärt wird dieser Rückgang mit dem veränderten Nutzungsverhalten der unter 40-Jährigen, die ihre Online-Aktivitäten, insbesondere am Smartphone, gezielt zu reduzieren versuchen.
Das Smartphone bleibt laut der Erhebung mit großem Abstand das wichtigste Gerät für den Internetzugang: 86 Prozent der Bevölkerung nutzen es dafür. Laut den Studienergebnissen ist aber auch hier die Bildschirmzeit rückläufig. So sank die wöchentliche mobile Nutzung von 25,7 auf 23,9 Stunden.
KI könnte Nutzung wieder verstärken
Die Studie beobachtet eine digitale Erschöpfung bei den unter
40-Jährigen – jener Generation also, die als »always-on« gilt. Zwar bilden
sie mit über 80 Stunden wöchentlicher Internetzeit noch immer die
Spitze der Intensivnutzer. Doch gerade bei ihnen fiel die reine
Smartphone-Zeit im Vorjahresvergleich um drei Stunden auf 31 Stunden pro
Woche.
Fast jeder dritte unter
40-Jährige (31 Prozent) will seine private Internetnutzung in den kommenden
zwölf Monaten weiter einschränken. Über alle Altersgruppen hinweg verspüren demnach 17 Prozent den Wunsch, ihre Zeit im Netz zu reduzieren. Laut dem Leiter des
digitalen Performance-Marketings der Postbank, David Dommel, gehört das Internet
zwar »fest zum Tagesablauf der Deutschen – doch vor allem junge Menschen wollen
auch mal offline sein.« Das gelte insbesondere für die Handynutzung.
Insbesondere im beruflichen Alltag bleibt
das Netz der Studie zufolge aber unverzichtbar. Demnach sind Berufstätige im Schnitt 2,8 Stunden
täglich vor allem über Notebooks und Desktop-PCs online. Hinzu kommt das neue Potenzial
der künstlichen Intelligenz, die die Bildschirmzeit wieder in die Höhe treiben
könnte. Unter den Befragten, die
das Internet künftig stärker nutzen wollen, ist KI mit 56 Prozent der mit
Abstand wichtigste Grund. Schon heute nutzen 38 Prozent der Deutschen KI-Tools
wie ChatGPT zur gezielten Informationssuche.
Wunsch nach mehr Zeit im Analogen
Von den Menschen, die sich bewusst für eine geringere Nutzung
des Internets entschieden haben, möchten 41 Prozent mehr Zeit für andere Dinge wie
Familie, Freunde oder Hobbys haben. Für 38 Prozent steht der Wunsch im
Vordergrund, sich im Alltag weniger ablenken zu lassen. Auch negative
gesundheitliche Auswirkungen (36 Prozent) und der Wunsch nach mehr
Konzentration (33 Prozent) sind zentrale Motive für den digitalen Rückzug.
»Die Menschen in Deutschland unterscheiden bewusster
zwischen notwendigen und überflüssigen Online-Aktivitäten«, sagte Dommel.
Während nützliche Alltagshelfer wie Online-Banking mit über 50 Prozent Nutzung
stabil bleiben, fiel die regelmäßige Nutzung von Social-Media-Kanälen wie
Instagram oder TikTok deutlich.
Für die Postbank Digitalstudie 2026 wurden zwischen April
und Mai dieses Jahres 3.050 Menschen befragt. Um eine repräsentative Struktur der Bevölkerung abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe
nach Bundesland, Alter und Geschlecht.
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