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Sprachassistenz von Apple: Apples vielleicht letzte KI-Hoffnung

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Der iPhone-Konzern und die Gerüchte um eine jetzt-aber-wirklich-neue Siri. Anthropics Mythos macht Firefox sicherer. ChatGPT kann bessere Bilder. Der KI-Newsletter

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Ich beschäftige mich wirklich gerne mit künstlicher Intelligenz. Aber es hat seine Schattenseiten. Bei der Schlagzeile »Spionage-Verdacht: Polizei nimmt in Bayern zwei mutmaßliche Agenten fest«, die heute Nachmittag auf unserer Homepage stand, dachte ich im ersten Moment an den KI-Assistenten OpenClaw. Dabei waren waschechte Geheimagenten gemeint. Wenn es Ihnen auch so geht: Vielleicht sollten wir mal wieder raus, ein bisschen Gras anfassen. Oder wenigstens einen alten James-Bond-Film schauen.

Das müssen Sie wissen: Apple bekommt einen neuen Chef

Der Apple-CEO Tim Cook dankt nach 15 Jahren ab. Das ist, könnte man meinen, ein Thema, das hier gar nicht recht hergehört, weil es nicht vorranging mit künstlicher Intelligenz zu tun hat. Denn wie mein Kollege Henrik Oerding schreibt: »Tim Cook übernahm 2011 einen iPhone-Konzern. Und er übergibt jetzt einen iPhone-Konzern.« Apple verdient sein Geld mit Hardware. Insofern ist es auch folgerichtig, dass dort mit John Ternus jetzt der bisherige Hardware-Chef die Führung übernimmt.

Und doch dürfte Ternus in Zukunft viel über KI nachdenken. Denn das ist der Bereich, in dem Apple die vielleicht größten Probleme hat. Schon vor zwei Jahren kündigte Cook eine neue, intelligente Version der virtuellen Assistentin Siri an – von der bis heute nichts zu sehen ist.

Vermutlich wird Apple bei der Entwicklerkonferenz in einigen Wochen einen neuen Anlauf wagen. Das berichtete der stets gut informierte Journalist Mark Gurman vor wenigen Tagen. Die jetzt-aber-wirklich-neue Siri sollte dann aber auch wirklich gut funktionieren, sonst wird es langsam peinlich für Apple.

Und für mich! Ich habe mich nämlich nach der Vorstellung vor zwei Jahren festgelegt und geschrieben, wie toll die neue Siri werden könnte. Eine Einschätzung, die nicht gut gealtert ist, um es vorsichtig zu formulieren. Und man darf durchaus skeptisch sein, ob Ternus das Ruder herumreißen kann. Denn: Allzu viel Erfahrung mit der Arbeit an KI-Produkten hat er wohl nicht.

Aber ich klammere mich noch ein bisschen an den Rest-Optimismus von 2024. Apple ist berühmt für sein Produktdesign, und das bedeutet nicht nur, dass die Geräte schön aussehen, sondern dass sie durchdacht sind. Dafür steht Ternus als jemand, der an vielen dieser Produkte mitgewirkt hat. Vielleicht kann er diese Fähigkeit ja übersetzen in die Welt der KI-Assistenten.

Darüber sollten Sie nachdenken: Ist Anthropics Mythos jetzt Grund zur Sorge oder zur Hoffnung?

Das KI-Modell Mythos der Firma Anthropic ist nach wie vor geheim und vielleicht reden gerade deshalb immer noch alle darüber. Zur Erinnerung: Anthropic hat Mythos vor etwa zwei Wochen vorgestellt, aber nicht veröffentlicht, weil es angeblich zu gefährlich ist. Es soll besonders gut Sicherheitslücken in Software finden können. Und wenn Kriminelle Zugriff darauf hätten, dann gute Nacht.

So ungefähr geht Anthropics Erzählung und deshalb bekommen nur bestimmte Firmen und Institutionen Zugriff auf das Modell, um damit Lücken in ihrer eigenen Software zu finden. Die Verteidiger sollen gewissermaßen einen Vorsprung vor den Angreifern bekommen.

Beim Browser Firefox hat das offenbar gut funktioniert. Die dortigen Sicherheits-Experten haben mithilfe des neuen Tools 271 Schwachstellen gefunden. Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es hier um eine Open-Source-Software geht, die seit Jahren immer wieder intensiv von Profis nach Fehlern abgesucht wird.

Das Firefox-Team leitet daraus eine Botschaft der Hoffnung ab. Möglicherweise könnte man wirklich alle Lücken schließen. »Die Verteidiger haben endlich die Chance, einen klaren Sieg zu erringen«, schreiben sie.

Allerdings: Dafür wäre es wohl entscheidend, dass Mythos zumindest noch eine Zeit lang exklusiv in den Händen der Verteidiger bleibt. Nur: Diese Geheimhaltung funktioniert offenbar nicht perfekt. Jedenfalls hat laut dem US-Medium Bloomberg eine kleine Gruppe Unbefugter Zugriff über eine Discord-Gruppe. Klingt beunruhigend, aber immerhin, in dem Bericht heißt es auch: Es gehe der Gruppe nicht darum, Schaden anzurichten. Sie wollten nur »herumspielen«.

Das können Sie ausprobieren: ChatGPT Image 2

In grauer KI-Vorzeit, also ungefähr 2022, sah man regelmäßig Astronauten auf Pferden reiten. Dieses Motiv galt als eine Art Test für neue KI-Bildgeneratoren, wie ein Hello World beim Programmieren. Wohl auch deshalb, weil ein reitender Astronaut etwas ist, das in der echten Welt nicht so häufig vorkommt und dementsprechend nicht in den Trainingsdaten der KI steckt.

Tatsächlich wurden zwar schon damals erfolgreich Astronauten auf Pferden generiert, aber es kam auch vor, dass Pferde auf Astronauten ritten oder beide irgendwie zu einem Klumpen verschmolzen. Noch lange hatten die KI-Modelle Schwierigkeiten damit, detaillierte und ungewöhnliche Anweisungen exakt umzusetzen.

Mittlerweile kann man sagen: Diese Zeiten sind vorbei. Schon Googles Bildgenerator Nano Banana, der Mitte vergangenen Jahres erschien, war in dieser Hinsicht ein großer Fortschritt. Auch die Flux-Modelle des deutschen Unternehmens Black Forest Labs halten sich sehr genau an Vorgaben.

In meinen ersten Experimenten vielleicht sogar noch ein Stückchen detailverliebter ist das diese Woche erschienene ChatGPT Images 2. Es kann erstaunlich präzise Text innerhalb von Bildern generieren, ich konnte in einem kleinteiligen Plan mit viel Schrift keinen Rechtschreibfehler finden. Und es hat diese von mir erdachte äußerst spezifische Szene (fragen Sie nicht) eins zu eins umgesetzt:

Erzeuge ein Bild von einem Laptop, der auf einer aufblasbaren Luftmatratze steht, die in einem Pool schwimmt. Die Luftmatratze hat die Form eines Buches mit Ledereinband. Auf dem Laptopbildschirm ist ein Social-Media-Profil von einer Person mit dem Namen »Archy Opterix« zu sehen, aber es ist ein altes soziales Netzwerk wie StudiVZ. Das Bild ist fotorealistisch und so aufgenommen, als wäre es ein Schnappschuss mit Blitz bei einer Party im Chateau Marmont in den Neunzigern.

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