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Stade: Amtsgericht erlässt nach Schüssen in Stade Haftbefehl wegen Mordes

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Nach den Schüssen in Stade spricht die Staatsanwaltschaft von sechsfachem Mord. Der mutmaßliche Täter soll zuvor Ärzte einer Klinik bedroht haben.

Nach den tödlichen Schüssen in Stade hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den
45 Jahre alten Tatverdächtigen erlassen. Die Staatsanwaltschaft
bewerte die Taten aufgrund des Vorliegens von Mordmerkmalen,
insbesondere Heimtücke und niederen Beweggründen, als sechsfachen Mord,
hieß es in einer Mitteilung. Der Verdächtige soll am Montag sechs Menschen in der Einrichtung erschossen haben, darunter Mitarbeiter der Einrichtung und des Jugendamts Hannover. 

Der mutmaßliche Schütze, dessen Tochter
gemeinsam mit der Mutter in der Einrichtung untergebracht war, soll in den
Monaten vor der Tat juristische Auseinandersetzungen unter anderem mit einer
Klinik gehabt haben. Das berichten Süddeutsche Zeitung (SZ), NDR und WDR. 

SZ, NDR und WDR berichteten, die Eltern hätten ihren etwa fünf
Wochen alten Säugling vor Wochen als Notfall in eine Klinik in Hannover gebracht, wo ein
Arzt den Verdacht eines Schütteltraumas und einer Hirnverletzung geäußert habe.
Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte demnach, gegen beide Eltern wegen
des Verdachts auf Misshandlung von Schutzbefohlenen zu ermitteln. Auch der
Spiegel hatte bereits berichtet, dass der Vater das Kind einem Arzt
zufolge geschüttelt haben soll.

Die Eltern hätten dem Verdacht des Arztes widersprochen. Laut
SZ, NDR und WDR schalteten die Eltern die Polizei dann gegen die Klinik ein, um
eine Notoperation zu verhindern. Die Klinik wiederum habe Anzeige wegen
Bedrohung gegen den Vater erstattet.

Mutter und Kind lebten in der Einrichtung

Die Polizei hatte am Montag mitgeteilt, dass die Tat im
Kontext eines Sorgerechtsstreits stehe. Am Amtsgericht Neustadt am Rübenberge
soll es bereits zwei Entscheidungen in einem Sorgerechtsstreit gegeben haben.
Nach Informationen von NDR und WDR wurde das Kind vom Jugendamt aus der Familie genommen und durfte unter Auflagen wieder zu seiner Mutter, nicht jedoch an den
Wohnort der Eltern in Hannover zurück. So kamen Mutter und Kind in die
Einrichtung in Stade.

Der 45-jährige Vater war Polizeiangaben zufolge am Montag zu einem Gesprächstermin mit Mitarbeitern in die Einrichtung gekommen. Er
soll dann sechs Menschen erschossen haben und anschließend geflohen sein, wurde aber kurze Zeit nach der Tat von Polizisten festgenommen.

Die Polizei in Stade richtete indes eine Mordkommission ein. Wegen des »Umfangs und der Komplexität des Tatgeschehens« sollten die Ermittlungen in Kürze von der neu gebildeten Einheit übernommen werden, teilten die Polizei in Lüneburg und die Staatsanwaltschaft Stade mit. Die Ermittlerinnen und Ermittler werten nach eigenen Angaben außerdem weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung aus. Sie bitten immer noch um Fotos und Videos von Zeugen, die über ein Hinweisportal hochgeladen werden können.

Trauerandacht in Stade

Bei einer Trauerandacht am Abend in Stade sprach unter anderem der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies. »Wir sind im ganzen Land vereint in der Trauer und auch
in der Wut darüber, dass so etwas passieren kann«, sagte er. Es sei
unerträglich, dass sechs Menschen aus dem Leben gerissen worden seien, die
anderen geholfen und sich für ein gutes Miteinander eingesetzt hätten. »Wie
reagieren wir auf einen Menschen, der unsagbares Leid über seine Mitmenschen
bringt?«, fragte der Ministerpräsident vor Hunderten Besucherinnen und
Besuchern des Gottesdienstes. Lies sagte, das Böse dürfe niemals siegen, auch
wenn es sich augenblicklich für viele Menschen so anfühle.

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