Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru wird ein knappes Ergebnis erwartet. Laut der Wahlbehörde sind die Stimmen zu rund 83 Prozent ausgezählt. Demnach führt die Rechtspopulistin Keiko Fujimori mit 51 Prozent vor dem Linkspopulisten Roberto Sánchez. Beide Kandidaten sprachen von einem »technischen Patt« und wollten abwarten, bis alle Stimmen gezählt sind, wie örtliche Medien berichteten.
Eine Hochrechnung des Instituts Ipsos sah Sánchez bei knapp 50,3 Prozent der Stimmen und Fujimori bei 49,7 Prozent. Die auf einer repräsentativen Stichprobe basierende Schnellauszählung gilt bei Wahlen in Peru als verlässlicher Indikator für das Endergebnis.
Nach den offiziellen Zahlen der Wahlbehörde lag Fujimori nach Auszählung von mehr als einem Viertel der Stimmen zunächst noch mit 52,51 Prozent in Führung. Traditionell werden jedoch die Stimmen aus der Hauptstadt Lima zuerst erfasst – dort hat Fujimori viel Rückhalt. Es wurde erwartet, dass dieser Vorsprung nach dem Eintreffen der Ergebnisse aus den ländlichen Gebieten schmelzen würde.
Im Wahlkampf ging es vor allem um die Themen Kriminalität und soziale Ungleichheit. Fujimori, Tochter des 2024 gestorbenen früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori, verspricht ein hartes Vorgehen gegen Bandengewalt und Erpressung. Für sie ist es bereits der vierte Anlauf in einer Stichwahl um das höchste Staatsamt.
Fujimoris Partei hatte nach eigenen Angaben landesweit 95.000 Vertreter zur Überwachung der Wahllokale rekrutiert. Sánchez setzt seinerseits auf die Unterstützung der ländlichen Bevölkerung. Er kritisiert das Wohlstandsgefälle in dem südamerikanischen Land und hofft, den Erfolg des 2021 gewählten und mittlerweile inhaftierten Linkspolitikers Pedro Castillo wiederholen zu können. Ihm war Fujimori damals knapp unterlegen.
Der künftige Präsident oder die künftige Präsidentin Perus muss mit einem Kongress umgehen, der in den
vergangenen fünf Jahren drei Präsidenten des Amtes enthoben hat. Zuletzt war
Staatschefin Dina Boluarte nach landesweiten Protesten gestürzt worden. Nach einer
chaotischen, von Betrugsvorwürfen geprägten ersten Wahlrunde im April sind die Spannungen in dem Andenstaat hoch.
Disclaimer : This story is auto aggregated by a computer programme and has not been created or edited by DOWNTHENEWS. Publisher: newsfeed.zeit.de







