Die aktuelle Folge des politischen Fernsehmagazins Klar beginnt mit einem krassen Satz, in bitterstem Ernst vorgetragen. Aber weil der Satz isoliert dasteht, klingt er, als könnte er aus einer deutschen Komödie stammen: überzeichnet, plump, zum Fremdschämen. »Natürlich ist jeder Bulle ein Schwein«, sagt ein verhüllter Demonstrant in den ersten Sekunden von Klar. Der junge Mann, angezogen wie ein Mitglied des linksradikalen Schwarzen Blocks, spricht in dieser Szene mit Reporterin und Moderatorin Tanit Koch.
Thematisch dreht sich die Sendung um Gewalt gegen Polizisten, aber bevor es losgeht, kommt in der ersten Szene alles zusammen, was das jüngste politische Fernsehmagazin der ARD nach seinem Start im vergangenen Frühjahr ins Zentrum des politischen Kulturkampfes geschossen hatte. Damals, es war kurz nach der Bundestagswahl, sahen viele Beobachter in Klar einen Beweis für einen konservativen Backlash, der angeblich auch die ARD erreicht habe. Im Norddeutschen Rundfunk (NDR), der die Sendung mit verantwortet, unterzeichneten rund 250 Mitarbeiter in der Folge einen offenen Brief, in dem sie gegen offensichtliche handwerkliche Fehler in der Premierensendung protestierten. Zugleich erweckten sie aber auch den Eindruck, dass sie die gesamte Sendung und ihr Konzept für abgrundtief schlecht und fatal halten. In einem Fernsehmagazin der ARD, in Reschke Fernsehen, hieß es kaum verhohlen über Klar, »ein bisschen rechtsextrem« sei jetzt offenbar okay.
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