Die gestiegenen Kraftstoffpreise treffen auch die Tafeln im Norden, die Lebensmittelspenden für bedürftige Menschen bereitstellen. «Wir merken das sehr, denn wir sind wegen der Kühlwagen auf Dieselkraftstoff angewiesen», sagt Frank Hildebrandt, der Vorsitzende des Landesverbandes der Tafeln in Schleswig-Holstein und Hamburg.
Die Auswirkungen der gestiegenen Kraftstoffpreise seien unterschiedlich, sagt Hildebrandt. Manche Tafeln hätten ein finanzielles Polster und könnten die Mehrkosten abfedern, andere bekämen dadurch bereits Schwierigkeiten. Das sei abhängig davon, wie viele und welche Unterstützer eine Tafel habe. «Ich habe bisher aber von keiner Tafel gehört, dass sie um Hilfe gebeten hat», sagt Hildebrandt.
Unter dem Dach des Landesverbandes sind 61 Tafeln zusammengeschlossen, 57 in Schleswig-Holstein über das ganze Land verteilt und vier in Hamburg. Die meisten haben mehrere Ausgabestellen. In der Landeshauptstadt Kiel sind es acht Ausgabestellen, in Lübeck neun, in Neumünster zwei und in Flensburg eine.
Aufnahmestopp etwas gelockert
Wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten durch die Inflation sei auch die Nachfrage nach den Angeboten der Tafeln größer geworden. Viele Tafeln hätten bereits zuvor Aufnahmestopps für neue Kunden verhängt, die aber etwas gelockert werden konnten. «Seit November können wir pro Ausgabestelle zehn Kunden dazunehmen», erklärt Hildebrandt.
Zusätzlich müssten die Tafeln einen Rückgang an Lebensmittelspenden verzeichnen. Geschäfte würden auch wegen der Digitalisierung des Einkaufs bedarfsgerechter bestellen, so dass weniger für die Tafeln übrigbleibe.
Von Anfang Juni an nehmen die Tafeln in Schleswig-Holstein und Hamburg an der «Allianz für Lebensmittelrettung» teil, eine Aktion, die der Bundesverband der Tafeln initiiert hatte, sagt Hildebrandt. Die Idee ist, mit Hilfe einer Spedition auch Spenden von Lebensmittelherstellern zu sammeln, zum Beispiel falsch etikettierte Ware. Diese würde nach einem bestimmten Schlüssel an die Landesverbände verteilt. «Das ist auf jeden Fall eine gute Idee. Wir sind gespannt, wie es anläuft», sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Tafeln in Schleswig-Holstein und Hamburg.
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