Unesco-Welterbe: Jüdische Spuren unter der Erde – Grabungen in Erfurt

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Seit 2023 gehört das jüdisch-mittelalterliche Erbe in Erfurt zum Welterbe der Unesco, nun sollen archäologische Untersuchungen weitere Erkenntnisse dazu liefern – und möglichst Relikte eines jüdischen Zentrums zutage fördern. Anfang August beginnen Experten des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie dafür mit mehrwöchigen Grabungen auf dem Rathausparkplatz, wie die Stadt mitteilte. Eine weitere Grabung ist im nächsten Jahr geplant.

Rund um den Parkplatz und die angrenzenden Flächen befand sich von 1354 bis 1454 das Zentrum der zweiten jüdischen Gemeinde Erfurts. Bis 1945 war der Bereich dicht bebaut, die Freifläche ist ein Ergebnis von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Die Stadt will auf dem Gelände ein Besucherzentrum für das Unesco-Welterbe entwickeln, für dieses Vorhaben seien die Grabungen notwendig.

Im Mittelalter standen hier Tanzhaus, Wohnhäuser, Brunnen

Auf dem Gelände im Zentrum der Altstadt stand einst ein jüdisches Tanzhaus, in dem unter anderem Hochzeiten und andere Feste gefeiert wurden. Außerdem gab es dort zahlreiche Wohnhäuser und den jüdischen Gemeindebrunnen. 1357 wurde etwas außerhalb des heutigen Parkplatzes eine Synagoge errichtet, heute liegt darüber eine Rasenfläche. Die bisherigen Erkenntnisse zum Areal beruhen vor allem auf historischen Schriftquellen, Fotografien und Bauakten der Bebauung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie geophysikalischen Untersuchungen. 

Die Unesco hatte 2023 drei Bauten in Erfurts Altstadt als Zeugnisse des jüdisch-mittelalterlichen Erbes in die Welterbe-Liste aufgenommen: die Alte Synagoge, eine Mikwe (Ritualbad) und das steinerne Haus.

© dpa-infocom, dpa:260603-930-169025/1

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