Home International Unsere Redakteure bewerten: Was war Kimi Antonellis beste Leistung 2026?

Unsere Redakteure bewerten: Was war Kimi Antonellis beste Leistung 2026?

0
1

Kimi Antonellis rekordverdächtiger Formel-1-Triumph zeichnete sich durch viele brillante Vorstellungen aus. Doch welche ragte heraus? Der Italiener machte seinen ersten Formel-1-Titel in Mexiko vier Rennen vor Schluss perfekt und stieg damit zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten auf.

Unsere internationalen Redakteure haben die Momente herausgepickt, von denen sie glauben, dass sie den Italiener vom Anwärter zum angehenden Weltmeister geformt haben.

Reaktionen auf den Melbourne-Crash gaben ersten Einblick in den “neuen Kimi”

Filip Cleeren

Es mag seltsam klingen, ausgerechnet eine von Antonellis wenigen Niederlagen gegen Russell herauszugreifen. Doch sein zweiter Platz hinter dem Briten beim Saisonauftakt in Melbourne war für mich der erste Beweis dafür, dass der Antonelli, der in Australien antrat, nicht mehr derselbe verunsicherte Rookie war, der sich durch Teile des Jahres 2025 gekämpft hatte.

Das Wochenende im Albert Park war eigentlich eines der schwierigeren für Antonelli: Ein heftiger Crash mit 25 g im dritten Freien Training drohte sein gesamtes Wochenende zu ruinieren. Ein Jahr zuvor hätte ihn das vielleicht noch aus der Bahn geworfen, doch diesmal bewahrte der junge Italiener die Ruhe.

Und als Mercedes die Runderneuerung des Autos gerade noch rechtzeitig vor dem Qualifying hinbekam, steckte Antonelli den Vorfall weg und sicherte sich Platz zwei in der Startaufstellung hinter Russell – und das, ohne das Set-up des Autos noch verfeinern zu können.

Im Rennen litt Antonelli dann unter einem schlechten Start ohne Batterieleistung, wodurch er bis auf Platz sechs durchgereicht wurde. Doch der Geschwindigkeitsvorteil von Mercedes war so groß, dass er eine kontrollierte Aufholjagd zurück auf Rang zwei hinlegen konnte.

Der Unfall von Kimi Antonelli beim Formel-1-Training in Melbourne 2026

Foto: LAT Images

“Wäre mir so etwas letztes Jahr passiert, wäre der Rest des Wochenendes wahrscheinlich extrem beeinträchtigt gewesen”, blickte Antonelli in Austin zurück. “Wenn man ein Jahr Erfahrung hat, ein ganzes Jahr in der Formel 1, kommt man im nächsten Jahr zurück und fühlt sich einfach besser. Die Dinge fallen einem etwas leichter, sagen wir es mal so, auch weil man sie nicht mehr so sehr erzwingt.”

“Ich habe in dieser Hinsicht einen Schritt zurück gemacht und einfach versucht, mich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und den Prozess so weit wie möglich zu genießen. Mental war ich dieses Jahr definitiv an einem viel glücklicheren Ort als in der vergangenen Saison.”

“Und besonders wenn man ein Jahr lang mit derselben Gruppe von Leuten gearbeitet hat, macht der Schritt ins zweite Jahr einen riesigen Unterschied. Man weiß einfach, wie man als Team gemeinsam vorankommt – gerade aus schwierigen Situationen heraus.”

Kanada-GP: Antonellis echte Ansage auf der Strecke

Ewan Gale

Als der Formel-1-Zirkus auf dem Circuit Gilles Villeneuve eintraf, hatte Antonelli bereits bewiesen, dass er viele der Eigenschaften besitzt, die man für den Erfolg braucht.

Doch hier erlebten wir das erste echte Rad-an-Rad-Duell zwischen dem Italiener und einem Rivalen, bei dem es um richtig viel ging. Im Kampf um die Führung mit Russell in der ersten Hälfte des Rennens zeigte sich, dass Antonelli im Titelkampf keineswegs ein leichtes Opfer für seinen erfahreneren Teamkollegen sein würde.

Tun wir nicht so, als wäre es perfektes Rad-an-Rad-Racing gewesen – weit gefehlt. Beide Fahrer verließen die Strecke und standen kurz davor, sich gegenseitig abzuräumen – wobei sie entscheidenderweise genau das vermieden, was Toto Wolff zur Weißglut getrieben hätte.

Antonelli schnappte sich beim Start im nassen Terrain die Führung und wehrte zunächst Russells Angriffe ab, bis der Brite in Runde sechs vorbeizog. Die Startnummer 12 mähte fast den führenden Silberpfeil um, als Antonelli beim Anbremsen der letzten Schikane stehende Räder hatte.

Imponierend war jedoch, wie Antonelli das beiseiteschob und seinen Angriff fortsetzte. Er schreckte nach einem so gewaltigen Fehler, der im Fiasko hätte enden können, keineswegs zurück – ein echter Beweis für die Hartnäckigkeit und Unbekümmertheit, die wir an ihm so schätzen gelernt haben.

Das zeigte sich am besten bei einem letztlich erfolglosen Divebomb-Versuch innen in Kurve 1 in Runde 13, als das typische “Jo-Jo-Racing” dieser Reglement-Generation seine Fratze zeigte.

Stoßstange an Stoßstange ging es in Runde 24 in die letzte Schikane, Millimeter von einer Berührung entfernt. Antonelli blieb so lange wie möglich im Kampf, bevor er zurücksteckte – und sich anschließend über Teamfunk beschwerte, ganz so, wie wir es oft vom viermaligen Champion Max Verstappen hören.

Der Schlagabtausch nahm ein vorzeitiges Ende, als Russell in Runde 30 an führender Position einen mechanischen Defekt erlitt. Ob Antonelli gewonnen hätte oder nicht, wenn sein Teamkollege im Rennen geblieben wäre, ist offen.

Aber in Erinnerung an Nico Rosbergs harten Schlagabtausch gegen Lewis Hamilton 2016 hatte Antonelli sein Revier markiert und eine klare Ansage gemacht: “Ich kann Russell im Eins-gegen-Eins parieren.”

War es seine absolut meisterhafteste Leistung auf dem Weg zum Titel? Bei weitem nicht. Aber die Botschaft an Teamkollege Russell und alle Zuschauer war laut und deutlich.

Magie in Monaco zeigte, dass Antonelli Aggressivität mit Präzision vereinen kann

Stuart Codling

Seit seinem ersten Auftritt im ersten Freien Training in Monza 2024 gehört Antonelli zu den aufregendsten Fahrern im Feld. Oft konnte man argumentieren, dass er zu einem etwas wilden Stil neigte – stets am Limit und manchmal darüber hinaus.

In dem Jahr, in dem er als erster Italiener seit Alberto Ascari Weltmeister wurde, zeigte Antonelli eine weitere Facette seines Könnens, die ihn näher an seinen legendären Landsmann rückte. In einer Ära von Biege-Chassis, Blattfedern und schmalen Reifen war Ascari das Sinnbild für Konstanz. Runde für Runde traf er dieselbe Linie durch jede Kurve mit unerschütterlicher Feinfühligkeit.

Monaco – eine Strecke, auf der jede Berührung der Leitplanken das rasche Aus bedeutet – war der Ort, an dem Antonelli sein Spiel spürbar auf ein neues Level hob. An einem Wochenende, an dem Ferrari als dominant erwartet worden war, holte Antonelli die Poleposition und fuhr unter dauerhaftem Druck von hinten zu seinem fünften Sieg in Folge.

“Wir waren selbst überrascht über diese Pace”, sagte Wolff nach dem Rennen. “Die Runden, die er raushaute, die Zeiten – die waren zwei Sekunden schneller als die McLarens und eine solide Sekunde schneller als Ferrari. Und es lief wie ein Uhrwerk. Warum das auf einer Strecke so war, die wir vor dem Wochenende nicht zu unseren Stärken gezählt hätten, weiß ich nicht.”

Das Spa-Wochenende, an dem Antonelli Russells Aufholjagd im Keim erstickte

Ed Hardy

In der Frühphase der Saison 2026, selbst während Antonellis Siegessträhne, war ich felsenfest davon überzeugt, dass George Russell Weltmeister werden würde. Ich konnte mir schwer vorstellen, dass Antonelli einen so gewaltigen Rückstand zwischen den beiden (169 Punkte im Jahr 2025) in nur einem einzigen Winter wettgemacht haben sollte und dass sich im Ernstfall die mangelnde Erfahrung des Italieners zeigen würde.

Diese Zweifel wurden in Belgien ausgeräumt: dem wohl ersten Mal in diesem Jahr, dass er nach einem Rückschlag zu einem Grand Prix anreiste. In zwei der drei Rennen zuvor – Österreich und Großbritannien – hatte Antonelli durch Defekte Nullnummern kassiert, während Russell einen Sieg und zwei zweite Plätze holte und den Rückstand auf 25 Punkte verkürzte.

Der Brite hatte das Momentum auf seiner Seite und bei noch 14 verbleibenden Rennen war sein Rückstand schlichtweg winzig. Man denke nur an die letzte Saison, als Oscar Piastri plötzlich ins Straucheln geriet und einen Vorsprung von 34 Punkten verlor, als Lando Norris das Momentum an sich riss.

Doch in Belgien bewahrte Antonelli die Ruhe und stellte die Hackordnung wieder her. Er dominierte zwei der drei Trainingssessions, holte die Pole und steckte ein ungünstiges VSC weg, indem er den kurzzeitigen Spitzenreiter Charles Leclerc auf dem Weg zum Sieg überholte.

Russell hingegen qualifizierte sich mit fünf Zehnteln Rückstand auf Antonelli nur als Fünfter und schied nach einer Erstrunden-Kollision mit Hamiltons Ferrari aus. Der Rückstand auf seinen Mercedes-Teamkollegen wuchs wieder auf 50 Punkte an – und von da an war völlig klar, wohin die Reise im Titelkampf ging.

Es geht nicht darum, wie man fällt, sondern wie man wieder aufsteht. Und Antonelli hat das in Spa perfekt vorgelebt. Ein echtes Champion-Wochenende.

Monza: Eine Aufholjagd für die Geschichtsbücher

Ben Vinel

Von all den Glanzleistungen Antonellis im Jahr 2026 war dies wahrscheinlich die beeindruckendste.

Die Vorzeichen standen denkbar schlecht: Norris hatte den aufgerüsteten McLaren in den beiden vorherigen Rennen zum Sieg gefahren; Mercedes entschied sich, Antonelli für sein Heimrennen eine neue Power-Unit zu geben, womit er in Monza – wo Überholen theoretisch einfacher ist als irgendwo sonst – das Handicap eines Starts vom Ende des Feldes in Kauf nahm.

Antonelli qualifizierte sich nur als Siebter, während Pierre Gasly eine Sensation-Pole holte. Das lag jedoch schlicht daran, dass der Italiener seinem Teamkollegen Russell in Q3 Windschatten gab, da sein eigenes Ergebnis angesichts der Grid-Strafe unerheblich war.

Innerhalb der ersten beiden Runden arbeitete sich Antonelli auf Platz zwölf vor, ehe das Rennen wegen eines heftigen Crashes von Leclerc mit einer roten Flagge unterbrochen wurde. Beim zweiten Start gewann er weitere vier Positionen und kassierte in der folgenden Runde Arvid Lindblad sowie Norris.

Nach anschließenden Manövern gegen Gasly, Hamilton und Piastri klebte Antonelli in Runde 15 bereits an den Fersen von Verstappen und Russell. Er machte kurzen Prozess mit beiden und schnappte sich in Runde 18 in Kurve 1 die Führung.

George Russell und Kimi Antonelli (MErcedes W17) beim Formel-1-Rennen in Monza 2026

Antonelli setzte sich in Monza von ganz hinten gegen Russell durch

Foto: circuitpics.de

Russell bot danach mit einem atemberaubenden Fight noch einmal ordentlich Paroli, doch das Rennen wurde in Runde 28 durch ein virtuelles Safety-Car neutralisiert. Antonelli auf den Mediums kam für einen weiteren Satz der gelben Mediums an die Box; Russell auf den Hards blieb draußen.

Antonelli kehrte mit 14 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen auf die Strecke zurück. Erneut pflügte er durch das Feld vorbei an Gasly, Norris, Hamilton und Piastri und holte den zweiten Silberpfeil sechs Runden vor Schluss ein.

Ein Ausritt durch den Kies im Rad-an-Rad-Duell verzögerte den Triumph des 20-Jährigen nur kurz: Er holte den Sieg von Startplatz 19 aus – einzig John Watson war beim US-Grand-Prix West 1983 von Startplatz 22 noch weiter hinten gestartet und siegreich gewesen. Antonellis schnellste Runde war sieben Zehntel schneller als die jedes anderen Fahrers.

“Nach dem zweiten Neustart war ich weit vorne und wusste, dass ich eine Chance auf den Sieg haben könnte”, sagte er. “Ich habe also definitiv daran geglaubt, besonders als ich hinter George lag. Aber es war wirklich schwer, wegzuziehen, weil der Windschatten hier so extrem stark ist.”

“Am Ende sind wir an die Box gefahren, während er draußen blieb und ein wenig mit seinen Reifen kämpfte. Mit den frischeren Reifen konnte ich das Tempo anziehen und das Rennen gewinnen.”

War das das beste Rennen seiner Karriere? “Das beste Rennen kommt erst noch, aber ich habe das Gefühl, dass es eines der besten Rennen war, die ich bisher gefahren bin – und eines, das ich für immer in Erinnerung behalten werde.”

Die Wende in Baku: Antonelli strauchelte in Aserbaidschan, steckte es aber unbeeindruckt weg

Jake Boxall-Legge

Ausgerechnet das Rennen auszuwählen, in dem Antonelli sich das Leben selbst extrem schwer gemacht hat, wirkt ohne Kontext wie eine seltsame Wahl. Doch in der Formel 1 gibt es nichts ohne Kontext.

Als er im ersten Abschnitt des Qualifyings zum Großen Preis von Aserbaidschan die Innenmauer von Kurve 1 touchierte, hatte sich Antonelli zwar den Einzug in Q2 gesichert – weiter ging es jedoch nicht, da Mercedes wusste, dass der Schaden nicht rechtzeitig repariert werden konnte.

Startplatz 16 war ihm gewiss – ein Szenario mit deutlichen Parallelen zum Horror-Wochenende, das Piastri ein Jahr zuvor an gleicher Stelle erlebt hatte. Jener GP gilt gemeinhin als der Wendepunkt in der Meisterschaft 2025, als sich Piastri unzeremoniell selbst aus dem Qualifying und tags darauf in der ersten Runde aus dem Rennen beförderte.

Doch Antonelli war keineswegs gewillt, solche Parallelen zuzulassen. Er wusste, dass es an diesem Wochenende in Baku darum ging, den Schaden an seinem Vorsprung in der Meisterschaft zu begrenzen, da Russell zu Hochform aufgelaufen war und auf dem besten Weg lag, den Grand Prix zu gewinnen.

Um Russells Ausbeute zu schmälern, musste Antonelli im Rennen bleiben. Er traf die bewusste Entscheidung, kontrolliert zu fahren und in den Auftaktrunden reichlich Sicherheitsabstand zu halten. Danach konnte er das Mercedes-Chassis unter sich die Arbeit erledigen lassen, um ihn durch das Feld zu tragen.

Beim Start verlor er sogar noch eine Position, doch im Gegensatz zu Piastris Selbstdemontage im Jahr 2025 blieb er im Rennen. Mit Köpfchen setzte Antonelli eine Reihe präziser Überholmanöver gegen die Mittelfeld-Konkurrenz, um sich in die Top 10 vorzuarbeiten. Die Safety-Car-Phase in der zweiten Hälfte, ausgelöst durch Alexander Albon, bot Antonelli die Gelegenheit, wieder zum Rest des Feldes aufzuschließen und weitere Punkte einzufahren.

Sein Vorhaben wurde durch das Chaos beim Neustart – ausgelöst durch Franco Colapinto, der Norris und Gasly aus Antonellis Weg räumte – weiter begünstigt. Hamilton fiel kurz nach dem Re-Start ebenfalls Antonelli zum Opfer.

Es war eine Lehrstunde in Sachen Schadensbegrenzung – zugegebenermaßen begünstigt durch Zwischenfälle der Konkurrenz vor ihm. Doch Antonelli hätte im Laufe der 50 Runden auf den Straßen von Baku ebenso leicht in einen Unfall verwickelt werden können.

Dass ihm das nicht passierte und er Russells Punktausbeute auf nur 15 Zähler Vorsprung bei einem potenziell katastrophalen Wochenende begrenzen konnte, bewies, dass Antonelli sich selbst aus einem verdammt tiefen Loch ziehen kann.

Der neue F1-Star zeigte im “Lone Star State”, woraus er gemacht ist

Ronald Vording

Obwohl seine Aufholjagd in Monza seine denkwürdigste Leistung des Jahres war – einer dieser Tage, an denen es sich schon speziell anfühlte, überhaupt an der Strecke zu sein -, war der US-GP wahrscheinlich sein eindrucksvollstes Rennen.

In Austin drehte sich der gesamte Medientag um ein einziges Thema: die Möglichkeit, den Weltmeistertitel im “Lone Star State” vorzeitig klarzumachen. Zugegeben, es war kaum mit Abu Dhabi 2021 zu vergleichen, und ja, Antonellis enormer Vorsprung nahm viel Druck von seinen Schultern.

Dennoch lastete immer noch enormer Druck auf den Schultern eines 20-Jährigen, der sich erst in seiner zweiten Formel-1-Saison befand.

Es wäre an dem Wochenende seiner ersten Chance auf den Titelgewinn ein Leichtes gewesen, den Kopf zu verlieren. Und angesichts seines riesigen Vorsprungs hätte es nicht einmal Konsequenzen gehabt. Doch dass Antonelli ausgerechnet an diesem Wochenende seine beste Leistung ablieferte, sagt extrem viel darüber aus, woraus er geschnitzt ist.

Um genau zu sein, war der Sonntag in Austin aus drei Gründen aufschlussreich. Der erste Moment ereignete sich in der Startaufstellung. Der Autor dieser Zeilen stand zufällig neben Antonellis Mercedes W17. Der angehende Weltmeister blickte zu den großen Videowänden auf, entdeckte sich selbst und einige seiner Fans.

Es zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht und veranlasste ihn zu einem freundlichen Winken. Es ist charakteristisch für seinen jugendlichen Enthusiasmus – und wie Verstappen in Mexiko zu Recht anmerkte, ist seine vielleicht größte Qualität als Mensch, dass er trotz all des Erfolgs und des Drucks sein freundliches und verspieltes Ich bleibt. Hoffen wir, dass sich dieser Aspekt niemals ändert.

Der zweite Punkt, in dem Austin aufschlussreich war, ist noch wichtiger: seine reine Performance und damit die Art und Weise, wie Antonelli auf der Strecke ablieferte. Trotz des Drucks und der Nerven rund um den bevorstehenden Weltmeistertitel lieferte der Italiener makellos ab.

Auf der leicht ansteigenden Start-Ziel-Geraden des Circuit of the Americas erwischte der Youngster den wohl besten Start seines Jahres. Seine Pace im Anschluss war ebenso beeindruckend, und er hatte es sich zur persönlichen Mission gemacht, sich nicht eine einzige Verwarnung wegen Track Limits einzufangen – was ihm bis auf einen kurzen Moment im Zweikampf mit Carlos Sainz auch bravourös gelang.

Das Gesamtpaket führte zu seinem bislang komplettesten und reifsten Formel-1-Rennen – und das genau an dem Wochenende seiner ersten Titelchance. Es sagt extrem viel über seine Fähigkeiten aus. Das führt uns jedoch zum dritten Punkt: Antonelli weigerte sich, die Lorbeeren für sich selbst einzustreichen.

Als ich ihn in der Pressekonferenz nach dem Rennen fragte, wie genau er mit dem Druck umgeht, tat Antonelli das, was er immer tut: Anstatt auf sich selbst zu zeigen, verwies er auf seinen Vater, den Rest seiner Familie und die Menschen um ihn herum bei Mercedes.

Das ist hochgradig löblich und bescheiden, aber Austin hat eines klar gemacht: Antonelli selbst verdient deutlich mehr Anerkennung, als er bereit war anzunehmen. Bescheidenheit ist eine schöne Tugend – er muss es also nicht selbst ansprechen. Wir übernehmen das für ihn.

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

– Das Motorsport.com-Team

Disclaimer : This story is auto aggregated by a computer programme and has not been created or edited by DOWNTHENEWS. Publisher: motorsport.com