Ferrari erlebt vor dem Großen Preis von Sao Paulo in Brasilien (alle Sessions im Formel-1-Liveticker!) einen enttäuschenden Freitag: Sowohl Charles Leclerc als auch Lewis Hamilton fehlte es auf eine Runde (das ganze Freitagsergebnis) deutlich an Tempo. Auch der Longrun (zur ausführlichen Analyse) macht wenig Hoffnung.
“Es war ein sehr schwieriger Freitag”, resümiert Leclerc, der sein Auto im ersten Freien Training an Ferrari-Junior Dino Beganovic abgetreten hatte und im zweiten Training eine brisante Situation mit Haas-Neuzugang Rafael Camara erlebte. “Das Gefühl im Auto war einfach sehr schlecht.”
“Wir haben also viel Arbeit vor uns, wahrscheinlich mehr als an anderen Wochenenden, um das Auto [über Nacht auf Samstag] in einigen Bereichen deutlich zu verändern. Es hat sich irgendwie ziemlich merkwürdig angefühlt. Es gibt eine Menge Veränderungen, die wir vornehmen müssen.”
“Auf den Geraden haben wir definitiv Zeit verloren”, analysiert der Ferrari-Pilot, der in den Tagen nach dem Großen Preis von Mexiko zum ersten Mal Vater geworden ist. Allerdings ist das Tempo auf den Geraden längst nicht das einzige Problem der Scuderia in Brasilien.
Charles Leclerc erlebt einen enttäuschenden Freitag
“In den Kurven hatte das Auto wahrscheinlich eines der schlechtesten Fahrgefühle der gesamten Saison an einem Freitag”, wird Leclerc deutlich. “Deshalb gibt es in den Kurven deutlich mehr zu finden als auf den Geraden, wo wir wissen, dass wir ein Defizit haben.”
“Normalerweise sind wir in den Kurven sehr schnell, aber heute war das nicht der Fall.” Noch ist unklar, ob sich die Probleme durch Set-up-Anpassungen am SF-26 wieder in den Griff bekommen lassen oder Ferrari insgesamt ein schwieriges Wochenende bevorsteht.
“Darauf habe ich noch keine Antwort”, zeigt sich der Monegasse ratlos. “Ich habe ziemlich viele Ideen, was wir verändern können, und ich denke, dass wir für morgen erhebliche Änderungen vornehmen werden. Ob das ausreichen wird … die Probleme, die wir heute hatten, waren ziemlich groß.”
Leclerc sieht allerdings “keinen Grund, warum wir auf einer Strecke wie dieser so viel größere Schwierigkeiten haben sollten”, sagt er. Vor dem Wochenende war nicht damit zu rechnen, dass Ferrari derart weit hinter der Spitze liegen würde. “Wir müssen also eine Lösung finden.”
Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur bleibt zuversichtlich
Teamchef Frederic Vasseur räumte “ein paar Probleme” und “eine Menge Arbeit” für die Scuderia ein. Mit Blick auf die verbleibenden Tage des Wochenendes, also das Qualifying am Samstag und das Rennen am Sonntag, zeigte sich der Franzose allerdings zuversichtlicher als Leclerc.
Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur macht sich noch keine Sorgen
Foto: Sutton Images
“Wir müssen noch eine Menge an der Balance arbeiten”, sagte Vasseur. “Die Fahrer waren nicht zufrieden. Charles hat heute Morgen das erste Freie Training ausgelassen. Wir hatten heute ein paar Probleme und müssen eine Menge Arbeit erledigen, um uns auf morgen vorzubereiten.”
Hinzu kommt, dass die Wettervorhersage für die kommenden Tage eher durchwachsen ausfällt. “Das bedeutet, dass wir auf alle Bedingungen vorbereitet sein müssen”, ergänzte der Ferrari-Teamchef. “Ich bin aber nicht weniger optimistisch als in der vergangenen Woche.”
Kleine Motorprobleme bei Leclerc, aber “kein Drama”
Auf Funksprüche von Leclerc angesprochen, in denen er mögliche Probleme mit seinem Motor thematisiert hatte, stellte Vasseur klar: “Ein paar Mal hatten wir während der Runden Probleme mit der Energiebereitstellung. Wir müssen alles noch genauer abstimmen.”
“Auf seiner schnellsten Runde hat er auf der Geraden ein paar Zehntelsekunden verloren”, gab der Ferrari-Teamchef zu. “Ich würde sagen, dass das kein Drama ist. Es geht eher darum, dass ihr euch auf den ersten Platz in der Zeitentabelle konzentriert, aber dort stehen wir nicht.”
“Wir wissen, dass wir noch eine Menge an der Balance arbeiten müssen. Die Balance war nicht gut, nicht wirklich überzeugend. Der Asphalt ist das genaue Gegenteil von dem, was wir vor einer Woche hatten. Das sorgt für eine Menge zusätzlicher Arbeit und einen Unterschied im Vergleich zur vergangenen Woche.”
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