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Christine Lagarde: EZB-Chefin mahnt Ausbau erneuerbarer Energien an

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Der Irankrieg offenbare die kostspielige Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen, sagt Christine Lagarde. Der beste Ausweg sei ein Ausbau alternativer Energien.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat sich für einen stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien ausgesprochen. Die europäische Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sei »nicht nachhaltig«, sagte die Französin auf einer Konferenz der EZB zu Klima, Natur und Geldpolitik in Frankfurt am Main. Europa importiere derzeit rund 60 Prozent seiner Energie, davon fast ausschließlich fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Der Irankrieg und die daraus folgenden Steigerungen der Energiepreise »führen die Kosten dieser Abhängigkeit vor Augen«, sagte Lagarde.

Erneuerbare Energien seien der beste Weg, um die Zielkonflikte zwischen den energiepolitischen Zielen Europas – Sicherheit, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit – zu verringern. So zeige etwa eine Untersuchung der EZB, dass Länder wie Portugal und Spanien, deren Anteil an alternativen Energieformen höher sei, weniger von dem aktuellen Energiepreisschock betroffen seien.

Wetterereignisse bedrohen Wirtschaftsleistung

Auch der Klimawandel verursache hohe Kosten. Wenn zum Beispiel die landwirtschaftliche Produktion durch Wetterereignisse wie starke Hitze beeinträchtigt werde, erhöhe dies auch die Lebensmittelpreise. So hätten sich die Kosten für unverarbeitete Lebensmittel im Euroraum nach der Hitzewelle des vergangenen Jahres schätzungsweise um bis zu 0,7 Prozentpunkte erhöht.

Dürre und Überschwemmungen könnten zudem die Wirtschaftsleistung längerfristig belasten: »Analysen der EZB haben ergeben, dass die regionale Wirtschaftsleistung vier Jahre nach einer Dürre oder Überschwemmung im Durchschnitt um rund 3 Prozentpunkte gedrückt bleibt«, sagte Lagarde. Die Folgen könnten damit noch stärker ausfallen als früher angenommen.

Inflation steigt wegen Irankrieg

Das vergangene Jahrzehnt zeige ein »beunruhigendes Paradoxon«, sagte Lagarde. »Jeder neue Datenpunkt sagt uns, dass wir den grünen Wandel beschleunigen müssen – und doch verliert er an Tempo.«

Der Irankrieg und vor allem die Blockade der Straße von Hormus hatten die Preise für Öl und Erdgas am Weltmarkt in die Höhe getrieben. Infolgedessen stieg die Inflation in der Eurozone im April auf drei Prozent an. Die EZB strebt mittelfristig eigentlich eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Wegen des Inflationsdrucks zeichnet sich eine Leitzinserhöhung im Juni ab.

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