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Fleur Jaeggy: Postleitzahl: 00144

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Fleur Jaeggy über Bachmanns letzte Tage

Das neue, schmale Buch der großen Schweizer Autorin Fleur Jaeggy heißt Die letzten Tage von Ingeborg. In drei Kapiteln erinnert sie sich an ihre Freundin Ingeborg Bachmann, 53 Jahre nach deren Tod. Die Nähe zwischen den beiden Frauen wird bereits im Titel offenbar: Es sind die letzten Tage von Ingeborg, nicht mit Ingeborg – die Perspektive der Erzählerin und jene der Hauptfigur fallen zusammen.

Ingeborg Bachmann wurde 47 Jahre alt. In ihrer Wohnung in Rom zog sie sich die tödlichen Verbrennungen zu: Während sie schlief, wurde ihre Kleidung vermutlich von einer Zigarette in Brand gesetzt. Am 17. Oktober 1973 stirbt sie im Zentrum für Brandverletzte Sant’Eugenio in Rom. Fleur Jaeggy ist an ihrer Seite, bis zuletzt. Pflegerinnen verschaffen ihr heimlich Zugang zum Zimmer. Im Buch tritt sie als Bachmanns Zeugin auf, als geheimniswahrende Fürsprecherin einer Frau, für die Indiskretion »etwas Unverzeihliches« war. Über den Brand selbst hat sich Jaeggy nie geäußert, auch im Buch bleibt er eine Leerstelle. Sie beschreibt lediglich, wie Maria, die Hausmeisterin, Bachmann findet und ins Spital bringt: »Sie sucht einen Ausweis, um sie nach Sant’Eugenio zu bringen. Sie findet keinen Ausweis. Sie nimmt eines von Ingeborgs Büchern mit.«

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