Klimaneutralität bis 2045: Bürgerinitiative: Kosten für Erfurts Wärmeplanung unklar

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Die Bürgerinitiative «Klimaentscheid Erfurt» warnt vor unklaren Kosten, die der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung der Stadt für die Bürger und Bürgerinnen verursachen würde. Der Plan, den die Stadt Ende März vorgelegt hat, sei solide, aber es fehlten konkrete Zahlen zur finanziellen Belastung für die Haushalte der Landeshauptstadt, kritisieren die Klimaschützer in einer Stellungnahme. 

Der Entwurf der Wärmeplanung beruft sich auf Erhebungen, wonach die Umstellung des Erfurter Gasnetzes auf grünen Wasserstoff einen Kostenaufwand von 10 Millionen Euro verursachen würde. Das über 500 Seiten starke Papier verweist in diesem Zusammenhang auf Erwartungen der Stadtwerke Erfurt, Teilgebiete der über 200.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt künftig für die Wärmeversorgung mit dem Gas beliefern zu können, sofern die Preise dafür künftig sinken.

Experten: Mittlerer bis hoher vierstelliger Betrag je Haushalt

«Im Plan fehlt jeder Effizienzvergleich», bemängelt die Bürgerinitiative, die sich eine Klimaneutralität für Erfurt zum Ziel gesetzt hat. Gemeint ist damit ein systematischer Kostenvergleich mit einer Umrüstung auf elektrische Wärmepumpen. Es sei zu befürchten, dass auf die Bewohner der betroffenen Gebäude durch eine Umstellung auf Wasserstoff hohe Kosten zukommen könnten. 

Wörtlich verweist die Wärmeplanung auf einen «Umstellungsaufwand auf Verbraucherseite» für die Umrüstung bestehender Erdgas-Thermen und Expertenschätzungen, wonach dies einen «mittleren bis hohen vierstelligen Eurobetrag pro Haushalt» kosten könnte. Insbesondere für einkommensschwache Haushalte brauche es eine «Kompensationsstrategie», fordern die Autoren.

Zugleich seien zu viele Kosten- und Versorgungsfragen beim Thema Wasserstoff weiter unklar. Es fehlten bislang eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, «eine verbindliche Zusage der Ferngasbetreiber» und entsprechende Technologie zum Heizen mit Wasserstoff für Haushalte. 

Derzeit liegt der Entwurf für Erfurts kommunale Wärmeplanung zur öffentlichen Beteiligung aus. Bis Ende Juni muss die Stadt ihre Planung fertiggestellt haben. Ziel ist eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045. Zehn Thüringer Städte und Gemeinden hatten ihre Wärmeplanung Ende April bereits abgeschlossen. Darunter sind nach Angaben des Energieministeriums die Städte Eisenach, Meiningen und Jena.

© dpa-infocom, dpa:260604-930-170934/1

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