Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Selten passte dieses Sprichwort besser als beim Großen Preis von Mexiko 2026. Denn weil sich die beiden Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc in der ersten Runde des Rennens nicht einig waren, staubte Max Verstappen im Red Bull am Ende den Sieg ab.
“Wir haben auch davon profitiert, dass sich die beiden Ferrari-Fahrer gegenseitig bekämpft haben”, meint der Niederländer nach dem Rennen bei Sky. “Es sind eben zwei Fahrer, die beide den Status einer ‘Nummer eins’ beanspruchen, da geht natürlich jeder voll auf Angriff, oder? Aber heute hat sie das wohl den Sieg gekostet.”
“Damit habe ich heute eigentlich nicht gerechnet”, gibt Verstappen, der nur vom fünften Startplatz kam, offen zu. “Der erste Start hat mein Rennen schon deutlich verbessert, besonders der Weg in Kurve 1. Und dann hat mir natürlich der Zweikampf, der sich in Kurve 4 abspielte, eine sehr gute Ausgangslage verschafft.”
Dennoch deutete zu diesem Zeitpunkt noch wenig auf einen Sieg Verstappens hin, denn die Anfangsphase war “ehrlich gesagt ein bisschen schwierig”, ergänzt der Red-Bull-Pilot, der zunächst hinter Leclerc auf dem zweiten Platz lag. Der Ferrari-Pilot konnte sich absetzen.
Zeitstrafe gegen Leclerc als Schlüssel zum Sieg
“Ich konnte nicht wirklich an ihm dranbleiben; mir fehlte das Tempo, um ihm zu folgen”, gibt Verstappen zu. “Gleichzeitig blieb ich aber in diesem Zeitfenster von etwa fünf Sekunden.” Denn für sein Abkürzen in der ersten Runde bekam der Monegasse noch während des Rennens eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt.
Damit rückte Verstappen wieder in den Kampf um den Sieg. “Das Team hat dann einen wirklich guten Job gemacht, indem es mich zeitgleich mit ihm an die Box holte”, meint er. “Es ist immer sehr schwierig, bei einer Fünf-Sekunden-Strafe den Boxenstopp exakt so zu timen, dass die Strafe genau abgedeckt ist.”
So gelang es dem viermaligen Weltmeister, seinen Kontrahenten zu überholen und erstmals die Führung zu übernehmen. “Aber danach wurde es ehrlich gesagt ziemlich hart”, berichtet Verstappen. “Kimi Antonelli war auf seinem ersten Reifensatz extrem schnell unterwegs, während mir – aus welchem Grund auch immer – einfach der nötige Grip fehlte.”
Auch Leclerc ließ nicht locker und blieb dem späteren Rennsieger dicht auf den Fersen. “Aber auf dieser Strecke ist es extrem schwierig, einem anderen Auto zu folgen, weil alles überhitzt”, sagt der Red-Bull-Pilot. “Das kam mir wahrscheinlich zugute, denn ich glaube, Charles musste zwischendurch etwas vom Gas gehen, um die Komponenten zu kühlen.”
Max Verstappen mit viel Glück in Mexiko
Trotzdem konnte sich Verstappen seiner Führung nicht sicher sein. Der Unfall von Valtteri Bottas löste kurz nach Rennhalbzeit zunächst eine Safety-Car-Phase aus. “Als ich dann kurz nach der letzten Kurve das Safety-Car sah und nicht mehr an die Box konnte, dachte ich nur: ‘Das darf doch jetzt nicht wahr sein!'”
“Denn damit wäre das Rennen für mich eigentlich gelaufen gewesen”, erinnert der Niederländer daran, dass Hamilton noch an die Box abbiegen konnte, um sich frische Reifen zu holen. Doch erneut hatte Verstappen das Glück auf seiner Seite: “Dann kam die rote Flagge, was das gesamte Feld wieder zurücksetzte.”
Auch beim anschließenden Neustart verteidigte der spätere Rennsieger seine Führung. “Ich war ein wenig besorgt, weil unsere Starts in diesem Jahr bisher nicht gerade glänzend waren, aber glücklicherweise liefen sie heute gleich zweimal richtig gut”, sagt er. “Das hat mir den Weg bis ins Ziel geebnet.”
In den letzten Runden musste sich Verstappen allerdings noch gegen einen starken Hamilton behaupten. “Lewis hing mir direkt am Heck und machte mächtig Druck”, berichtet Verstappen. “Es war im Grunde bis zur letzten Runde wie eine einzige Qualifying-Runde. Es war hart da draußen.”
Verstappen holt sechsten Sieg beim “Maxico-Grand-Prix”
Zu allem Überfluss klagte Verstappen zwischenzeitlich auch noch über Probleme mit der Motorbremse seines RB22. “Das passiert manchmal ganz plötzlich”, meint der Red-Bull-Pilot. “Ehrlich gesagt entscheidet der Motor einfach selbst, was er tun will. Ich weiß es also nicht.”
Zu Beginn des Rennens lag Verstappen noch hinter Leclerc auf Platz zwei
Foto: LAT Images
“Vielleicht muss ich vor dem Rennen ein ernstes Wörtchen mit dem Motor reden”, scherzt der 29-Jährige. “Vielleicht sollte er sich mal etwas besser benehmen. Manchmal passiert es einfach. Es ist nicht besonders konstant. Ich glaube, dass hier alles extrem heiß läuft – auch der Turbolader und die anderen Komponenten -, da ist es schwierig, alles perfekt abzustimmen.”
Der diesjährige Mexiko-Grand-Prix sei deshalb “bis zum Schluss ein schwieriges Rennen” gewesen, bei dem es “vor allem darum ging, keine Fehler zu machen”, betont Verstappen. “Aber natürlich freue ich mich sehr über den heutigen Sieg.”
Für den Red-Bull-Piloten war es bereits der sechste Sieg in Mexiko. “Eigentlich sollten sie es in ‘Maxico-Grand-Prix’ umbenennen. Das wäre doch großartig”, ulkt der Niederländer und ergänzt: “Ich bin wirklich wahnsinnig gerne hier. Ich liebe die Stadt, die Atmosphäre, die Fans – aber ich habe keine Ahnung, warum das so ist.”
“Man gewinnt hier sechsmal, während es woanders vielleicht nur einmal klappt. Es passiert eben einfach. Manchmal erwacht das Auto richtig zum Leben, man fährt gute Rennen und hat obendrein auch noch das nötige Quäntchen Glück. Es hat hier für mich einfach immer alles perfekt zusammengepasst – und das nehme ich natürlich sehr gerne mit!”
Kann Red Bull 2027 wieder um die WM kämpfen?
Der WM-Titel geht in diesem Jahr zwar an Kimi Antonelli, doch Max Verstappens dritter Saisonsieg weckt bei Red Bull die Hoffnung, in der kommenden Saison wieder um die Weltmeisterschaft kämpfen zu können. “Man weiß natürlich nie, was die anderen Teams über den Winter so auf die Beine stellen”, mahnt Verstappen.
“Wir wissen aber, dass es bei uns noch einige Bereiche gibt, in denen wir uns verbessern wollen. Wir haben schon ein paar Ideen für nächstes Jahr, hoffentlich funktionieren sie auch”, verrät der viermalige Weltmeister, der in der Fahrer-WM mittlerweile wieder auf dem zweiten Gesamtrang liegt.
“Die letzten Rennwochenenden waren jedenfalls deutlich vielversprechender. Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Jahr drei Rennen gewinnen würde – das ist ein toller Bonus. Wir werden bis zum Saisonende weiter daran arbeiten, das Auto besser zu verstehen, die Schwachstellen zu identifizieren und sie für nächstes Jahr zu beheben.”
Wir wollen Deine Meinung!
Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?
– Das Motorsport.com-Team
Disclaimer : This story is auto aggregated by a computer programme and has not been created or edited by DOWNTHENEWS. Publisher: motorsport.com










