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Naher Osten: Israel beginnt trotz Waffenruhe neue Angriffe auf den Südlibanon

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Die israelische Armee bestätigt neue Angriffe auf das Nachbarland. Ein Soldat wurde getötet. Der UN-Generalsekretär fordert, die jüngst verlängerte Feuerpause zu wahren.

Israel hat trotz
einer gerade verlängerten Waffenruhe neue Angriffe im Libanon begonnen. Das bestätigte die israelische Armee. Die Streitkräfte hätten »in mehreren
Gebieten im Süden des Libanon« Infrastruktur der proiranischen Miliz angegriffen.
Nach Angaben der libanesischen Staatsnachrichtenagentur NNA beschoss Israel rund
20 Dörfer. Die israelische Armee hatte zuvor Bewohner aufgefordert, mehrere
Orte in den Regionen Sidon und Nabatije zu verlassen.

Auch die Hisbollah setzte ihre Drohnenangriffe auf den Norden Israels fort, darunter
in der grenznahen Stadt Naharija. Im Südlibanon wurde nach israelischen Angaben
ein israelischer Soldat getötet. UN-Generalsekretär António Guterres rief »alle
Akteure nachdrücklich auf, die Einstellung der Kampfhandlungen uneingeschränkt
zu respektieren«.

Israel meldet 21 Tote, der Libanon 3.000

Israel und der
Libanon hatten sich erst am Freitag unter Vermittlung der USA darauf geeinigt,
eine Feuerpause um 45 Tage zu verlängern. Die proiranische Hisbollah-Miliz aber
lehnt die Waffenruhe wie auch die direkten Gespräche der beiden Nachbarländer
ab.

Kaum Stunden nach
Bekanntgabe der vereinbarten Feuerpause waren bei einem israelischen Luftangriff
auf eine Klinik
der Hisbollah-nahen Organisation Islamisches Gesundheitskomitee
in der Ortschaft Haruf mindestens sechs Menschen getötet und 22 verletzt worden.
Unter den Toten waren nach libanesischen Angaben auch drei Rettungssanitäter.

Die Zahl der
getöteten Israelis in dem Konflikt hat sich seit dem 2. März auf 21 erhöht – 19
Soldaten und ein Zivilbeschäftigter der Streitkräfte. Nach libanesischen
Angaben wurden im selben Zeitraum fast 3.000 Menschen im Libanon durch
israelische Angriffe getötet.

USA will Gespräche Anfang Juni fortsetzen

Israel und der
Libanon unterhalten offiziell keine diplomatischen Beziehungen und befinden
sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Die jüngsten Gespräche unter
Vermittlung der USA sind daher bemerkenswert.

Doch noch während der zweitägigen
Gespräche in Washington rief die israelische Armee die Bevölkerung der
südlibanesischen Stadt Tyros dazu auf, die Stadt wegen bevorstehender Angriffe
auf Hisbollah-Infrastruktur zu verlassen. Bei anschließenden Angriffen auf
Tyros
wurden laut dem libanesischen Gesundheitsministerium mindestens 37
Menschen verletzt, darunter sechs Krankenhausmitarbeiter, neun Frauen und vier
Kinder.

US-Außenamtssprecher
Tommy Pigott hatte am Freitag eine Fortsetzung der Gespräche am 2. und 3. Juni angekündigt.
Er äußerte die Hoffnung auf »dauerhaften Frieden« zwischen Israel und
dem Libanon, eine vollständige Anerkennung der Souveränität und territorialen
Integrität beider Länder und »echte Sicherheit entlang ihrer gemeinsamen
Grenze«. Bereits am 29. Mai will das US-Verteidigungsministerium Militärvertreter
aus beiden Ländern zusammenbringen.

Hisbollah lehnt Gespräche ab

Der israelische
Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, hatte nach den Gesprächen eine Garantie
für die Sicherheit seines Landes gefordert. »Es wird Höhen und Tiefen
geben, aber das Potenzial für Erfolg ist riesig«, sagte er mit Blick auf
mögliche künftige Beziehungen zwischen beiden Staaten.

Auch die libanesische Delegation äußerte die Hoffnung auf »dauerhafte Stabilität«. Libanons Regierungschef Nawaf Salam warf der vom Iran finanzierten Hisbollah vor, den Libanon in einen neuen »unverantwortlichen« Krieg hineingezogen zu haben.

Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt eine Beteiligung an den Gesprächen wie auch die Waffenruhe ab. Die Gruppe hatte in Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen
Führers Ayatollah Ali Chamenei Anfang März Raketen auf Israel gefeuert. Israel flog daraufhin
massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

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