Papst Leo XIV. hat Opfern sexueller Gewalt »zusätzliche Anstrengungen«
des Vatikans für einen Wandel in der katholischen Kirche zugesagt. Während seiner einwöchigen Spanien-Reise traf er sich mit sechs
Menschen, die Opfer sexueller Gewalt durch Kirchenangehörige geworden
waren. Im Rahmen dieses Treffens stimmte Leo Vorschlägen von Beteiligten des Treffens zu, die zur Grundlage dieser Anstrengungen werden sollen. Die Kirche müsse wieder ein »sicherer Ort« sein, sagte Leo.
Mehrere wichtige
Opfervereinigungen hatten keine Einladung zu dem Treffen erhalten. Sie kritisierten, dass sich der Papst nur mit einigen wenigen Opfern und
unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffe. Offenbar gehe es
darum, das Thema zu »verstecken«, teilten mehrere Verbandssprecherinnen und Verbandssprecher mit.
Vor dem Austausch mit den Opfern hatte Leo bei einem Treffen mit spanischen Bischöfen die zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche als »Plage« kritisiert. Die Kirche müsse »auf diese Plage« mit »Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung« antworten.
Mindestens 236.000 Betroffene in Spanien
In Spanien war der Missbrauch durch Geistliche lange kleingeredet und
nicht aufgearbeitet worden. Während die spanische Bischofskonferenz von gut 1.000 dokumentierten
Fällen seit 1940 spricht, geht eine vom spanischen Parlament beauftragte Ombudsstelle auf Basis einer aktuellen Umfrage von mindestens 236.000 Betroffenen aus.
Im März schlossen die Regierung und die katholische Kirche in Spanien nach jahrelangen
Verhandlungen ein Abkommen zur Entschädigung von Opfern sexueller
Übergriffe. Dieses soll auch in Fällen greifen, in denen mutmaßliche Täter bereits verstorben
und Vorkommnisse zu lange her sind, als dass sie noch strafrechtlich
verfolgt werden könnten.
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