In mehreren Bundesstaaten in Venezuela sind Protestmärsche gegen US-Sanktionen gestartet. Die ersten der von der
venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez als »Pilgerfahrt«
bezeichneten Demonstrationen brachen am Sonntag in den Bundesstaaten
Táchira und Amazonas im Südwesten sowie Zulia im Westen des Landes auf.
Sie sollen mit weiteren in den kommenden Tagen startenden Märschen am 1.
Mai in einer großen Kundgebung in der Hauptstadt Caracas gipfeln.
Seit der gewaltsamen Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro bei einem
US-Militäreinsatz in Caracas im Januar hat die US-Regierung die
Sanktionen gegen Venezuela schrittweise
gelockert. Gleichzeitig bestehen viele weiter fort. Übergangspräsidentin
Rodríguez, die frühere Stellvertreterin Maduros, betont immer wieder,
dass die Sanktionen Auswirkungen auf die Wirtschaft des
Landes haben. »Jede einseitige Zwangsmaßnahme, von denen 1.081 in Kraft
sind, ist eine Maßnahme, die die Entwicklung des venezolanischen Volkes
verhindert, eine Maßnahme, die der Wirtschaft schadet, eine Maßnahme,
die das Einkommen der Arbeiterinnen und Arbeiter beeinträchtigt«, sagte
sie bei der Demonstration in Zulia.
Trump lobt Machtwechsel als »fantastisch«
In Táchira an der Grenze zu Kolumbien führte Innenminister Diosdado Cabello den Protestmarsch an. Die
Teilnehmer der Demonstrationen skandierten »Der Glaube eines Volkes wird
nicht sanktioniert« und »Hebt die Sanktionen auf, lasst mein Volk
wachsen«.
Unter Rodríguez hatten sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela
in den vergangenen Monaten verbessert. Auf Druck der US-Regierung öffnete das Land seinen Erdölsektor für private Unternehmen und genehmigte ausländische Investitionen im Bergbau. US-Präsident Donald Trump lobte
sie seit dem Machtwechsel als »fantastisch«. Als Zeichen der Annäherung
öffnete die US-Botschaft in Caracas nach rund siebenjähriger Schließung
wieder. Zudem hoben die USA die Sanktionen gegen Rodríguez auf.
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