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Lamborghini droht Verlust: Grasser-Team und Starpilot vor Wechsel zu McLaren?

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Wechseln das Lamborghini-Traditionsteam Grasser und Starpilot Mirko Bortolotti 2027 zu McLaren? Seit Wochen wird darüber im DTM-Fahrerlager spekuliert – und nun haben auch die Kollegen von MOTORSPORT aktuell über einen potenziellen Markenwechsel des Teams zu McLaren berichtet.

Laut Informationen von Motorsport-Total.com ist dieses Szenario trotz der zwölfjährigen Lamborghini-Geschichte von Grasser sehr wahrscheinlich. Und auch der 36-jährige Bortolotti soll 2027 nicht mehr für seine italienischen Landsleute antreten, sondern ebenfalls zur britischen Sportwagen-Marke McLaren wechseln.

Was im ersten Moment durch die lange gemeinsame Geschichte der Akteure überrascht, ergibt durch die Ereignisse der vergangenen Jahre Sinn: Denn vor einem Jahr wechselte Giorgio Sanna als neuer Sportchef im GT-Bereich zu McLaren.

Ex-Lamborghini-Sportchef hat große Pläne mit McLaren

Der 51-jährige Ex-Testfahrer hatte vor über zehn Jahren Lamborghinis Motorsport-Abteilung Squadra Corse aufgebaut, wurden deren Leiter und musste 2024 nach einem internen Revisionsverfahren der Audi-Tochter gehen. Gottfried Grasser sorgte in der Anfangszeit von Sanna nicht nur für eines der ersten Lamborghini-Einsatzteams, sondern war als Teamchef auch federführend an der Entwicklung des Huracan GT3 beteiligt.

Seit dem Sanna-Aus bei Lamborghini gibt es Turbulenzen in der Motorsport-Abteilung: Zahlreiche Schlüsselpersonen haben das Unternehmen verlassen, die Führung wechselte mehrfach, das Hypercar-Projekt wurde eingestellt – und der neue Temerario GT3 wurde in nicht ausgereiftem Zustand ausgeliefert.

Bei McLaren herrscht hingegen seit Sannas Ankunft Aufbruchstimmung: Wie man hört, möchte der Italiener die aus der Formel 1 bekannte Marke – ähnlich wie einst Lamborghini – vom Exotenstatus zu einer GT3-Macht entwickeln. Zudem will er offenbar neue Teams und Fahrer an Bord bringen, ehe 2028 das neue GT3-Auto des britischen Herstellers auf den Markt kommt.

“Wieso McLaren? Formel 1 oder was?”

All das spricht für den Wechsel von Grasser zu McLaren, der allerdings unbestätigt ist, während das Abt-Team seine Lamborghini-Zukunft bereits bestätigt hat. Wie es bei Bortolotti aussieht? Der Ex-DTM-Champion, der ebenfalls 2015 zu Lamborghini kam, bestätigte bereits im August bei der DTM am Nürburgring, dass sein Lamborghini-Vertrag noch 2026 zu Ende geht.

Große gemeinsame Erfolge: Wechsel Grasser und Bortolotti jetzt zu McLaren?

Foto: ADAC Motorsport

“Er läuft am Ende des Jahres aus”, sagte der in Wien lebende Italiener damals im Gespräch mit Motorsport-Total.com. “Die Zukunft ist offen.” Angesprochen auf einen potenziellen McLaren-Wechsel scherzte Bortolotti damals: “Wieso McLaren? Formel 1 oder was? Formel 1 wäre cool.”

Für einen Wechsel sprechen seine Verbindungen zu seinen Ex-Weggefährten Sanna und zu Grasser, mit denen er große Erfolge feierte – sowie die Tatsache, dass McLaren ab 2027 auch mit einem Hypercar in der Langstrecken-WM WEC an den Start geht.

Prototypen als Anreiz für Bortolotti?

Denn Bortolotti, der einst sogar mit einem Rundenrekord bei einem Test in einem Formel-1-Ferrari auf der Teststrecke in Fiorano überraschte, machte nie ein Hehl daraus, dass ihn Fahrzeuge mit mehr Abtrieb als die GT3-Autos reizen. Bei Lamborghini schien dieser Traum in Erfüllung zu gehen, doch der LMDh-Bolide SC63 war nicht konkurrenzfähig. Das Projekt wurde Ende 2025 nach zwei Jahren eingestellt.

Ein McLaren-Wechsel von Bortolotti würde nicht automatisch bedeuten, dass er 2027 im Hypercar sitzt. Denn das Prototypen-Projekt gehört wie das Formel-1-Team zur Firma McLaren Racing. Der GT-Bereich ist hingegen bei der Serienauto-Firma McLaren Automotive angesiedelt, für die Sanna zuständig ist. Beide Unternehmen sind organisatorisch komplett getrennt.

Wie Bortolotti Ende August die Attraktivität des Prototypen-Themas bei McLaren kommentierte? “Jetzt müssen wir die Saison einmal zu Ende fahren – und da gibt es einige Themen, die man sich anschauen muss, das ist ganz klar. Und dann werden wir eine Entscheidung treffen. Momentan gibt es keine.”

Warum Bortolotti trotzdem beim Lamborghini-Weltfinale war

Doch ist Bortolottis Anwesenheit beim Lamborghini-Weltfinale, das vom 22. bis 25. Oktober in Monza stattfand, ein Hinweis auf einen Verbleib? Das muss nichts bedeuten, denn wie man hört, sind die Werksfahrer vertraglich verpflichtet, beim traditionellen Jahresabschluss der Marke anzutreten. Am Finaltag der Veranstaltung postete Bortolotti auf Instagram eine Auswahl an Bildern aus Monza – mit dem Text: “Hell of a Ride”.

Meint er damit, dass sein “Wahnsinnsritt” mit Lamborghini zu Ende ist? Das könnte sein, auch wenn sich das nicht eindeutig belegen lässt.

Auf die Frage, ob seine Einsätze 2027 ähnlich aussehen würden wie dieses Jahr, machte er im Interview jedoch keine eindeutige Aussage zur Marke: “In der DTM würde ich sagen: ja. Was die GT-World-Challenge angeht, weiß ich es noch nicht. Und was Daytona betrifft: Wenn ich ausgewählt werde, bin ich dabei. Andernfalls nutze ich die Gelegenheit, um ein bisschen Urlaub zu machen!”

Welche Rolle spielte der Frust nach dem DTM-Titel?

Bortolotti hat nach seinem DTM-Titel mit dem inzwischen aufgelösten Lamborghini-Team SSR zwei harte Jahre hinter sich: 2025 gewann er mit Grasser zwar die 24 Stunden von Spa-Francorchamps, erlebte aber mit Abt eine unglückliche DTM-Titelverteidigung als 14. der Gesamtwertung.

2026 wurde es trotz des Wechsels zu Grasser auch nicht besser: Das lag vor allem an den Problemen mit dem neuen Temerario GT3 – und zwei bitteren Disqualifikationen. Der DTM-Triumph in Oschersleben wurde Bortolotti wegen eines Radlagers entzogen, über dessen Legalität voraussichtlich noch ein FIA-Gericht entscheiden wird.

Die Aberkennung des zweiten Platzes mit Abt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist hingegen wegen Unregelmäßigkeiten bei der Motorleistung längst bestätigt.

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